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Bericht
06.05.2022
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Aus den Ländern (Sachsen) - Wirtschafts-Frühstück der Sektion Leipzig

mit Clemens Schülke, kommissarischer Leiter des Dezernats für Wirtschaft, Arbeit und Digitales sowie Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig
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Im Restaurant MACIS, bei einem wohlschmeckenden, gesunden Frühstück, haben wir uns getroffen, um uns mit Clemens Schülke über die wirtschaftlichen Herausforderungen der Stadt Leipzig auszutauschen. Herr Schülke hat ein locker vorgetragenes Impulsreferat über die Schwerpunkte der Wirtschaftspolitik der Stadt Leipzig gehalten und stand uns im Anschluss auch für Fragen noch zur Verfügung. Dafür danken wir Clemens Schülke recht herzlich.

 

Wir haben u.a. erfahren, dass in Leipzig ca. 8.000 ukrainische Flüchtlinge untergebracht und versorgt werden müssen, was eine große aktuelle Herausforderung war und ist. Die Stadt hat mittlerweile fast 610.000 Einwohner, und damit ca. 50.000 Einwohner mehr als die Landeshauptstadt Dresden. Leipzig hat zur Unterstützung der ukrainischen Flüchtlinge an jeden seiner Einwohner die Bitte gerichtet, die Geflüchteten mit mind. 1 € als Spende zu unterstützen. Bis heute sind da insgesamt 550 T€ zusammengekommen, woraus man die Solidarität der Leipziger ablesen kann.

Weitere Themenfelder, die nicht nur in Leipzig große Herausforderungen darstellen, sind die Energieversorgung (drohendes Öl-Embargo, rasanter Preisanstieg bei Gas), die generelle Rohstoff- und Materiallage, die sich vor allem auf die Bau-Aktivitäten der Stadt auswirkt und viele Unternehmen in existenzielle Problemlagen führt sowie die Nachwirkungen von „Corona“. Derzeit stehen in der Innenstadt 11 Prozent der Geschäfte leer, viele Unternehmer mussten aufgeben, da die Umstellung auf ein digitales Geschäftsmodell nicht für alle Branchen sowie für Unternehmen jedweder Größe möglich ist.

Die Großunternehmen in Leipzig sind jedoch allesamt gut durch die Pandemie gekommen. So erweitern aktuell Porsche, Beiersdorf, BMW u.vm. deren Produktionskapazitäten – die Gewerbesteuer-Einnahmen sprudeln. Zudem hat die Stadt Leipzig deren Finanzmittel für die Wirtschaftsförderung stark erhöht, um auch KMU in der Stadt zu halten und neue anzusiedeln. Mit dem Wirtschaftsboom gehen aber auch andere Aufgaben für die Stadt, wie der Bau von KITAs und anderen Einrichtungen einher. Die Stadt hat zudem fünf Kernthemen identifiziert, denen Sie auch in Zukunft große Aufmerksamkeit schenken wird: Flächenmanagement, Fachkräfteproblematik trotz geringer Arbeitslosenquote, Finanzmittel für Zukunftsprojekte, Förderung von Innovationen sowie die weitere Modernisierung sowie Digitalisierung der Verwaltung.

Im Zuge des Strukturwandels sind für Sachsen zwei Großforschungsinstitute geplant. Eins soll in die Lausitz, das andere nach Leipzig kommen. Derzeit wird über die Ausrichtung dieser Institute intensiv debattiert. Das von Clemens Schülke zu verantwortende Amt für Wirtschaftsförderung hat die Zeichen der Zeit bereits erkannt und wurde organisatorisch neu aufgestellt, stets mit dem Fokus auf eine zu verbessernde interne und externe Kommunikation. So wurde in diesem Amt z.B. die „e-Akte“ bereits eingeführt.

Letztlich konnte auch der Wirtschaftsrat einige Punkte empfehlen, da er ja ein „Rat“ ist. Weitere Vorschläge werden folgen. Unserer Ansicht nach braucht die Leipziger Innenstadt eine Belebung dahingehend, dass bei Neubauten auch das Thema „Wohnen in der Innenstadt“ mitgedacht und bezahlbar umgesetzt wird. Unternehmerische Ausgründungen aus der Universität, die vordergründig keine technische Ausrichtung hat, sollten stärker promotet werden. Hierzu bedarf es verstärkt Venture Capital für marktfähige tolle Ideen, die zweifelsohne existieren. Ein Blick ins SpinLab kann dafür die Augen öffnen. Wir danken dem Team des MACIS und insbesondere unserem fachkundigen Referenten, Clemens Schülke für das Leipziger Frühstück mit Pep. Versprochen – wir kommen gern wieder!