Wirtschaftsrat vor Ort – Entwicklungen der Coschützer Wirtschaft
Im Rahmen des 71. Coschützer Dorf- und Sportfestes fand die Veranstaltung „Wirtschaftsrat vor Ort – Entwicklungen der Coschützer Wirtschaft“ statt. Neben der Sprecherin unserer Sektion Vogtland, Alexandra Glied, nahmen auch der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrates Sachsen, Dr. Dirk Schröter, sowie der Landesgeschäftsführer Dr. Dino Uhle teil. Organisiert wurde die Veranstaltung durch unser Sektionsvorstandsmitglied Michael Czerwenka, dem für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung ausdrücklich herzlich gedankt sei.

Michael
Czerwenka begrüßt und führt durch den Nachmittag (Foto: Wirtschaftsrat)
Von politischer Seite begleiteten die Veranstaltung der Landrat des Vogtlandkreises, Thomas Hennig, der Bürgermeister der Stadt Elsterberg, Axel Markert, die Landtagsabgeordneten Jörg Schmidt und Andreas Heinz sowie der Ortsvorsteher von Coschütz, Andreas Oberlein. Gemeinsam mit Unternehmern, Vereinsvertretern und Bürgern entstand ein intensiver Austausch über die wirtschaftlichen Perspektiven der Region.

Alexandra
Glied bei der Einleitung ins Thema (Foto: Wirtschaftsrat)
Zu Beginn der Veranstaltung gewährte die Coschützer Chronistin Renate Wolf spannende Einblicke in die Geschichte des Ortes. Sie führte aus, dass die Geschichte von Coschütz bis in das Jahr 1495 zurückreiche. Im Laufe der Jahrhunderte hätten sich zahlreiche Vereine entwickelt und bereits im Jahr 1839 sei die erste Schule gegründet worden. Die historische Entwicklung verdeutlichte eindrucksvoll die enge Verbindung zwischen Gemeinschaft, Vereinsleben und wirtschaftlicher Entwicklung.

Ortsvorsteher Andreas Oberlein und Orts-Chronistin Renate Wolf (Foto: Wirtschaftsrat)
Im Anschluss schilderte André Wolf, CEO der KälteConzept GmbH Auerbach, die aktuelle Situation der Coschützer Unternehmer. Besonders der zunehmende Fachkräftemangel, die hohen Energiekosten sowie die ausufernde Bürokratie stellten erhebliche Belastungen für den Mittelstand dar. Eindrucksvoll verwies er auf über 6.500 EU-Verordnungen, rund 950 Behörden sowie etwa 2.500 Förderprogramme, die Unternehmen zusätzlich belasteten, den Überblick sowie Investitionen erschwerten.

Ortsvorsteher
Andreas Oberlein bei seinen Ausführungen (Foto: Wirtschaftsrat)
Auch der Bauunternehmer Lutz Kätzel unterstrich die enormen Bürokratielasten, die insbesondere kleine und mittelständische Betriebe zunehmend an ihre Grenzen brächten. Einen positiven Blick auf die Bedeutung wirtschaftlicher Förderung vermittelte hingegen Ronny Röder, Präsident des SV Coschütz. Er erläuterte, wie insbesondere die LEADER-Förderung dazu beigetragen habe, eine Turnhalle, zwei Fußballplätze samt Außengebäude weiterzuentwickeln. Heute trainieren auf den Sporteinrichtungen insgesamt 347 Mitglieder – darunter 140 Kinder – in 16 verschiedenen Sportgruppen – Tendenz steigend!. Das Beispiel des Vereins verdeutlichte eindrucksvoll, welchen Stellenwert der gezielte Einsatz von Fördermitteln für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die regionale Entwicklung besitzen.

Landrat Thomas Hennig bei seiner Rede (Foto: Wirtschaftsrat)
Landrat Thomas Hennig betonte in seiner Rede die wirtschaftliche Stärke des Vogtlandes. Mit rund 20.000 Unternehmen und einer Arbeitslosenquote von etwa sechs Prozent verfüge die Region über eine solide wirtschaftliche Basis. Gleichzeitig machte er deutlich, dass es zunächst notwendig sei, wirtschaftliche Leistung zu erwirtschaften, bevor diese verteilt werden könne – ein Grundsatz, der ganz im Sinne des Wirtschaftsrates stehe. Nachholbedarf bestehe insbesondere bei der Bereitstellung von Gewerbeflächen für potenzielle Großansiedlungen. Dieser Einschätzung schloss sich auch Bürgermeister Axel Markert an. Für die Stadt Elsterberg verwies er unter anderem auf die Planungen eines Batterie-Großspeicherwerks mit einer Leistung von 70 MWh, welches neue wirtschaftliche Impulse setzen könne.
Bevor Landesgeschäftsführer Dr. Dino Uhle die Vorteile einer Mitwirkung im Wirtschaftsrat vorstellte, ging der Landesvorsitzende Dr. Schröter auf die angespannte wirtschaftliche Gesamtlage ein. Kritisch äußerte er sich insbesondere zum aktuell diskutierten und in den Vermittlungsausschuss überführten 1.000-Euro-Tank-Zuschuss, dessen Finanzierung letztlich von den Unternehmern getragen werden müsse und der am selben Tag im Bundesrat blockiert worden sei.

MdL Jörg Schmidt bei seinen Ausführungen (Foto: Wirtschaftsrat)
Das Schlusswort hielt der Landtagsabgeordnete Jörg Schmidt. Er verwies auf das jüngst an der Dualen Hochschule Plauen etablierte KI-Institut und unterstrich zugleich, dass ihm der Bürokratieabbau weiterhin zu langsam vorangehe. Darüber hinaus machte er auf ein Haushaltsloch in Höhe von drei Milliarden Euro im sächsischen Landeshaushalt aufmerksam. Geplant seien daher zahlreiche Zusammenlegungen von Behörden. Insgesamt umfasse die Staatsmodernisierung 64 Maßnahmen und gehe mit einem, wohl gemerkt, bis zum Jahr 2040 vorgesehenen Abbau von rund 10.000 Stellen in der öffentlichen Verwaltung einher.
Abschließend verwies MdL Jörg Schmidt auf den „Masterplan Südwestsachsen“, an welchem sich auch der Wirtschaftsrat beteiligt. Ziel sei es, insbesondere den strukturellen Wandel in der Automobilindustrie aktiv zu begleiten. Künftig solle verstärkt auf die Bereiche Defence und Raumfahrt gesetzt werden, wobei hierzu bereits erste Projektideen vorlägen.

VIP-Bereich
im Festzelt (Foto: Wirtschaftsrat)

Marco Graubner, stellv. Wehrleiter der Coschützer Feuerwehr (Foto: Wirtschaftsrat)

Besuch bei der Coschützer Feuerwehr (Foto: Wirtschaftsrat)
Nach einem gemeinsamen Rundgang durch Coschütz – unter anderem mit einem Besuch der Feuerwehr – klang der Nachmittag im Festzelt bei Musik, Essen und Getränken in angenehmer Atmosphäre aus. Bereits jetzt besteht große Vorfreude auf das kommende 72. Coschützer Dorf- und Sportfest im nächsten Jahr.