Bericht
23.03.2026
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„Die Wärmepumpe ist effizienter als Fernwärme“

Betriebsbesichtigung der Sektion Steinburg bei den Stadtwerken Itzehoe
©Wirtschaftsrat

Die Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Wärme ist für viele Konsumenten eine Selbstverständlichkeit. Wie selbstverständlich sie ist, merkt man erst, wenn sie ausfällt: Sei es durch eine Störung oder Bauarbeiten, aber auch durch einen Anschlag, Sabotage oder Ressourcenknappheit. Die Mitglieder der Sektion Steinburg nutzten daher die Gelegenheit, bei den Stadtwerken Itzehoe hinter die Kulissen eines regionalen Versorgers zu blicken.

Geschäftsführer Torsten Fischer erläuterte zu Beginn seiner Ausführungen die Struktur der Stadtwerke. Seit der Liberalisierung des Marktes im Jahr 2008 bilden die Stadtwerke von Itzehoe, Brunsbüttel, Glückstadt und Wilster einen Verbund, der auch über die Kreisgrenzen hinweg sehr gut funktioniert. Neben diesen Städten werden auch die umliegenden Gemeinden versorgt.

Knapp 300 Mitarbeiter beschäftigen alle vier Stadtwerke zusammen. Großer Wert wird dabei auf ein modernes Erscheinungsbild gelegt, sei es durch moderne und transparente Büroräume oder durch den frischen Auftritt in den sozialen Medien, der Bewerber aus anderen Branchen anzieht, was wiederum eine frische Sicht auf das Geschäft mit sich bringt.

Seit dem Zusammenschluss der Stadtwerke sei der Gewinn nicht gesunken, betonte Fischer. Die Investitionen betrugen allein im Jahr 2024 26 Millionen Euro. Die Infrastruktur umfasse 600 km Wassernetz mit vier Wasserwerken und 17.000 Kunden, 57 km Fernwärmenetz mit 600 Kunden sowie 2.436 km Strom- und Gasnetz mit 62.000 Kunden.

Ein wichtiges Thema sei derzeit die kommunale Wärmeplanung, die für sämtliche Kommunen bis 2028 abgeschlossen sein muss. Für Torsten Fischer ist dabei klar: „Die Wärmepumpe ist effizienter als Fernwärme“.

Die Mitglieder diskutierten anschließend über die Bedeutung und Sinnhaftigkeit von Smart Metern, mit denen dynamische Tarife und Kosteneinsparungen möglich sind. Sie seien derzeit noch viel zu selten im Einsatz, als dass sie einen Effekt auf die Stromnetze und die Preisgestaltung hätten, so die Erkenntnis. Offenbar sei der (Preis-) Druck, Strom und generell Energie zu sparen, noch immer nicht hoch genug, lautete eine der Schlussfolgerungen.

Ein abschließender Rundgang führte die Teilnehmer in die Notleitstelle der Stadtwerke. Von dort haben die Mitarbeiter die Netze für Strom und Gas permanent im Blick, zudem die Wasserwerke, die Schwimmbäder und die betreuten Parkhäuser. Regelmäßige Alarmübungen stellen die Versorgung sicher und unterstreichen eindringlich die Bedeutung der kritischen Infrastruktur für die Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens.