Bericht
04.03.2026
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„Mehr Mut!“

Hintergrundgespräch des Sektionsvorstandes der Sektion Flensburg/Schleswig mit Thomas Detleffsen, Ratsfraktionsvorsitzender der CDU in Flensburg.
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Auf Initiative des Sektionssprechers Hauke Präger traf sich der Vorstand der Sektion Flensburg/Schleswig des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein zu einem Hintergrundgespräch im kleinen Kreis mit Thomas Dethleffsen, Ratsfraktionsvorsitzender der CDU in Flensburg. Ziel des offenen Gedankenaustauschs war es, Gemeinsamkeiten, Meinungen und Ideen auszuloten sowie Ansatzpunkte für eine konstruktive Zusammenarbeit im Sinne von Wirtschaft, Bürgern und Region zu identifizieren.

Ein zentrales Thema war das Klinikum Flensburg. Diskutiert wurde insbesondere die negative öffentliche Wahrnehmung im Zuge der Übernahme des Diako-Krankenhauses durch die Malteser. Einigkeit bestand darin, dass die positiven Faktoren wie die Investition von 500 Millionen Euro stärker in den Vordergrund gerückt werden sollten. Zugleich betonten beide Seiten, dass die finanziellen Mittel des Landes begrenzt sind und geplante Klinikprojekte in Husum oder Pinneberg Auswirkungen auf die Mittelverteilung haben könnten. Die Debatte um Schwangerschaftsabbrüche habe, so Dethleffsen, zuletzt zu viel Raum in Ratsversammlung und Presse eingenommen. Eine Versachlichung sei notwendig, wenngleich das Thema politisch stark mobilisiere.

Breiten Raum nahm auch die Diskussion um einen zusätzlichen Bahnhaltepunkt ein. Der Vorstand des Wirtschaftsrates unterstrich die strategische Bedeutung für die Anbindung Flensburgs, gerade mit Blick auf die Fehmarnbelt-Querung und die Entwicklung im benachbarten Sonderburg. Auch die CDU-Fraktion messe dem Thema große Bedeutung bei, so Dethleffsen. Es gehe um die beste Lösung für Flensburg, nicht um die Abschaffung bestehender Strukturen. Die emotional geführte Debatte dürfe den Blick auf die Chancen nicht verstellen. Dehtleffsen brachte es auf den Punkt: „Mehr Mut“ brauche es, um dieses Thema entschlossen anzugehen, und grundsätzlich, um Veränderungsprozesse erfolgreich zu gestalten.

Weitere Schwerpunkte des Gesprächs waren die Bündelung von Stadtmarketing-Initiativen („Flensburg liebt dich“), die veraltete Wirtschaftsentwicklungsstrategie, die begrenzten Gewerbeflächen sowie eine intensivere Zusammenarbeit mit Handewitt. Auch der Campus Flensburg wurde als wichtiger Standortfaktor hervorgehoben, der mehr Anerkennung und strategische Einbindung verdiene.

Im Ergebnis zeigte das Gespräch zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine engere Zusammenarbeit – mit dem gemeinsamen Ziel, die Zukunft Flensburgs aktiv und mutig zu gestalten.