Bericht
17.04.2026
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„Wer stehen bleibt, hat verloren!“

Betriebsbesichtigung der Sektion Kiel bei Vossloh Rolling Stock GmbH
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In einer globalisierten Welt ist die Mobilität von Gütern und Menschen wichtiger denn je. Vor allem in Zeiten zunehmender internationaler Vernetzung, wachsender Handelsströme und globaler Krisen wird deutlich, dass ein effizientes und zuverlässiges Verkehrssystem entscheidend für Wirtschaft und Gesellschaft ist. Der Schienenverkehr spielt hierbei, sowohl für den Transport von Waren als auch für die Mobilität von Menschen, eine zentrale Rolle. Einen besonders spannenden Einblick in diese Branche erhielten Mitglieder des Wirtschaftsrates beim traditionsreichen Unternehmen Vossloh Rolling Stock GmbH in Kiel, das auf eine jahrhundertealte Expertise im Bau und in der Instandhaltung von Lokomotiven zurückblickt.

Der Betriebsratsvorsitzende Michael Ulrich eröffnete die Besichtigung mit der Geschichte des Unternehmens, die bereits im 19. Jahrhundert begann und bis heute fortgeschrieben wird. Jüngst wurde Vossloh von der chinesischen China Railway Rolling Stock Corporation (CRRC) übernommen. Trotz anfänglicher Sorgen zeigte sich schnell: Der kulturelle Austausch funktioniert respektvoll und gewinnbringend. Ulrich betonte: „Wir können von den Chinesen lernen.“ Gleichzeitig profitieren die chinesischen Partner von der langjährigen deutschen Expertise.

Durch die Zusammenarbeit mit CRRC konnte das Unternehmen nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern blickt auch optimistisch in die Zukunft. Derzeit beschäftigt der Standort rund 400 Mitarbeiter, die den gesamten Produktionszyklus der Lokomotiven vom Rohbau über die Montage bis hin zur dynamischen Testung unter realen Bedingungen, begleiten.

Die Besichtigung machte die enorme Fachkompetenz im Unternehmen deutlich. Gleichzeitig zeigte sich, dass die deutsche Bürokratie ein erhebliches Bottleneck darstellt: Genehmigungsverfahren und bürokratische Auflagen verzögern Abläufe und stellen eine der größten Herausforderungen für ein international agierendes Unternehmen dar. Hinzu kommen globale Krisen wie die Pandemie oder der Konflikt im Iran, die zusätzliche Unsicherheiten bringen. Dennoch plane das Unternehmen, sein Serviceangebot auszubauen, insbesondere im Bereich Instandhaltung und Reparatur, um langfristig noch wettbewerbsfähiger zu sein, schloss Michael Ulrich seine Ausführungen ab.

Die Besichtigung hinterließ den Eindruck eines Unternehmens, das Tradition und Innovation miteinander verbindet, offen für neue Impulse ist und sich den globalen Herausforderungen mit Zuversicht stellt. Beendet wurde der Rundgang gemeinsam mit einem chinesischen Tee.