Über 280 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Sicherheitsbehörden und Wissenschaft kamen am 23. und 24. Juni im Waldorf Astoria Berlin zusammen, um gemeinsam an einer der zentralen Zukunftsfragen Deutschlands zu arbeiten: Wie wird Deutschland zur Cybernation?

©Jens Schicke
Mit der Konferenz „Wir bauen die Cybernation – Von der Vision zur Wirkung“ hat der Wirtschaftsrat seine im vergangenen Jahr gestartete Initiative konsequent weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Diskussion aktueller Herausforderungen, sondern vor allem die Frage, wie Deutschland Cybersicherheit als strategischen Erfolgsfaktor für Wohlstand, Innovation und staatliche Handlungsfähigkeit nutzen kann.

Wolfgang Steiger ©Jens Schicke
Vorstellung der Cybernation-Strategie
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung war die Vorstellung des neuen Strategiepapiers des Wirtschaftsrates „Wir bauen die Cybernation – Eine Strategie für eine sichere, souveräne und prosperierende Zukunft“, das im Rahmen der Konferenz offiziell an Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), übergeben wurde.
Das über 130 Seiten umfassende Strategiepapier ist das Ergebnis eines einjährigen, intensiven Strategieprozesses mit führenden Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Sicherheitsbehörden. Erstmals werden Sicherheits-, Wirtschafts- und Bildungspolitik konsequent zusammengedacht und in einer gemeinsamen Gesamtstrategie miteinander verknüpft.
Die zentrale Botschaft ist klar: Deutschland braucht keine weitere Digitalstrategie. Deutschland muss zur Cybernation werden.
Cybersicherheit ist ein zentraler Standortfaktor und die Grundlage für digitale Souveränität, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftliche Resilienz.
Eine Vision für Deutschland bis 2035
Die Cybernation verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Deutschland soll bis 2035 zu einem der führenden Cyberstandorte der Welt werden. Dafür beschreibt die Strategie 58 konkrete Handlungsempfehlungen in sechs zentralen Handlungsfeldern – von einer modernen Sicherheitsarchitektur über digitale Souveränität und innovationsorientierte Wirtschaftspolitik bis hin zu einer umfassenden Bildungsoffensive.

Marc Henrichmann, Martina Link, Timo Kob, Andreas Könen, Sven Herpig ©Jens Schicke
Im Mittelpunkt steht ein Perspektivwechsel: Cybersicherheit ist kein Kostenfaktor, sondern ein Wachstumsmotor. Deutschland verfügt über exzellente Talente, starke Forschung und innovative Unternehmen. Wenn es gelingt, diese Potenziale strategisch zu bündeln, kann Cybersicherheit zu einem bedeutenden Treiber für Wertschöpfung, Innovation und internationale Wettbewerbsfähigkeit werden.

Karin Prien ©Jens Schicke
Hochkarätiger Austausch auf höchstem Niveau
Die Cybernation 2026 brachte zahlreiche führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Sicherheitsarchitektur zusammen. Zu den Rednern zählten unter anderem:
- Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
- Claudia Plattner, Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik
- Gitta Connemann MdB, Parlamentarische Staatssekretärin bei der im Bundesministerin für Wirtschaft und Energie
- Friederike Dahns, Abteilungsleiterin Cyber- und Informationssicherheit im Bundesministerium des Innern
- General Michael Vetter, Bundesministerium für Verteidigung
- Martina Link, Vizepräsidentin des Bundeskriminalamtes
- Ralph Brinkhaus MdB, Vorsitzender der AG Digitales und Staatsmodernisierung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
- Prof. Timo Kob, Vorsitzender der Bundesfachkommission Cybersicherheit des Wirtschaftsrates
- Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates
- und zahlreiche weitere führende Vertreter aus Wirtschaft, Sicherheitsbehörden und Wissenschaft.

Ralph Brinkhaus MdB, Claudia Plattner, Timo Kob ©Jens Schicke
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Abschlussrunde des ersten Veranstaltungstages. Gemeinsam mit Ralph Brinkhaus MdB und Claudia Plattner stellte Prof. Timo Kob die Cybernation-Strategie vor und übergab das Strategiepapier symbolisch an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Dabei wurde deutlich: Der Weg zur Cybernation kann nur gelingen, wenn Politik, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden gemeinsam handeln.

©Jens Schicke
Von der Diskussion zur Umsetzung
Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen der praktischen Umsetzung. In interaktiven World Cafés und Fishbowl-Diskussionen arbeiteten die Teilnehmer gemeinsam an konkreten Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung der Cybernation.

©Jens schicke
Im Mittelpunkt standen Fragen der staatlichen Sicherheitsarchitektur, der digitalen Souveränität, der Fachkräftesicherung, der innovationsorientierten Wirtschaftspolitik sowie der Zusammenarbeit zwischen Staat und Wirtschaft.

Bruce Schneier ©Jens Schicke
Ein besonderes Highlight war die Keynote des international renommierten Cybersicherheitsexperten Bruce Schneier von der Harvard University zum Thema „AI and Trust“. Seine Ausführungen machten eindrucksvoll deutlich, dass Vertrauen, Resilienz und verantwortungsvoller KI-Einsatz künftig zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren moderner Gesellschaften gehören werden.
Gemeinsam die Cybernation gestalten
Die große Resonanz mit mehr als 280 Teilnehmern sowie die intensive fachliche Diskussion haben eindrucksvoll gezeigt: Das Thema Cybersicherheit ist längst zu einer zentralen wirtschafts- und sicherheitspolitischen Zukunftsaufgabe geworden. Die Cybernation ist dabei weit mehr als eine Konferenz. Sie ist eine Initiative, die Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung dauerhaft zusammenbringt, um Deutschlands digitale Zukunft aktiv zu gestalten.
Die auf der Veranstaltung gewonnenen Impulse werden nun in die Weiterentwicklung der Cybernation-Strategie einfließen. Ziel ist es, die Handlungsempfehlungen weiter zu schärfen und gemeinsam mit den beteiligten Akteuren konkrete Umsetzungsschritte zu entwickeln.

©Jens Schicke
Cybersicherheit ist kein Selbstzweck. Sie ist die Grundlage für Innovation, digitale Souveränität und nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg. Der Wirtschaftsrat wird diesen Weg auch künftig entschlossen begleiten – gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Partnern.