Wirtschaftstag 2026: Mut zu Reformen
Rund 4.000 Teilnehmer haben sich am Montag, 4.5.26, und Dienstag, 5.5.26, zum Wirtschaftstag in Berlin versammelt, dem wirtschaftspolitischen Gipfeltreffen des Jahres. Das Finale bestritt Friedrich Merz. Wirtschaftsrat-Präsidentin Astrid Hamker habe den Bundeskanzler in ihrer Begrüßung nicht „geschont“, schreibt BILD. 96 Prozent der Mitglieder, so zitiert die Zeitung Hamker, hätten in einer Befragung das Reformtempo für „zu langsam“ erklärt, das sei ein Alarmsignal. Hamker habe die Zweckentfremdung von Mitteln des 500 Milliarden-Sondervermögens kritisiert, die Agenda der Großen Koalition als „zu unambitioniert“ bezeichnet angesichts der Wucht der Probleme und der „schnellen Folge von Erschütterungen“. Die Präsidentin habe insofern „keinen Hehl“ daraus gemacht, dass sie mehr erwarte. Vor allem: mehr Durchsetzungskraft gegen den Koalitionspartner SPD: „Bekämpfe den Unfug“, habe sie ihm ins Stammbuch geschrieben.
Mit der SPD gebe es „fundamentale Unterschiede“, zitiert das Handelsblatt aus der gestrigen Rede des Kanzlers. Die Sozialdemokraten glaubten an „Umverteilung“, während die CDU die Ansicht vertrete, dass zuerst etwas erwirtschaftet werden müsse, bevor es umverteilt werden könne. Und manche in der SPD träumten noch immer „vom demokratischen Sozialismus“, in der CDU setze man hingegen auf die Soziale Marktwirtschaft und liege damit nachweislich richtig.
Über den Wirtschaftstag und die Beiträge der hochrangigen Gäste aus Politik und Wirtschaft berichten viele weitere Medien, darunter WELT mit einem Bericht über das Eröffnungspanel sowie über die Keynote von Carsten Linnemann, RND, Tagesspiegel und Berlin.Table.
In einem Interview mit der Tageszeitung Die Glocke beantwortet Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates, Fragen zu drängenden aktuellen Themen. Das Interview finden Sie weiter unten zum Download.