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16.07.2026
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Eine Außenwirtschaftsstrategie für ein starkes Europa

©Wirtschaftsrat

Der europäische Außenhandel benötigt eine stärkere strategische Ausrichtung. Die geopolitischen und geoökonomischen Verwerfungen der jüngeren Vergangenheit haben gezeigt, wie wichtig resiliente Lieferketten, diversifizierte Handelspartnerschaften und eine interessengeleitete Außenwirtschaftspolitik sind. Die Europäische Union ist gefordert, ihre Außenwirtschafts- und Handelspolitik entsprechend weiterzuentwickeln und Europa widerstandsfähiger gegenüber internationalen Krisen aufzustellen.

Vor diesem Hintergrund tagte Mitte Juli die Bundesfachkommission Internationaler Kreis des Wirtschaftsrates in Brüssel zum Thema „Interessenorientierte Außenwirtschaftspolitik für ein wettbewerbsfähiges Europa“. Auf der Agenda stand ein hochrangiges Programm mit Bernd Biervert, Kabinettschef von Maroš Šefčovič, EU-Kommissar für Handel und wirtschaftliche Sicherheit sowie Interinstitutionelle Beziehungen und Transparenz, Helene Winter, stellvertretende Botschafterin in der deutschen EU-Vertretung, Dr. Peter Hefele, Policy Director des Wilfried Martens Centre for European Studies, sowie Dr. Béatrice Gorawantschy, Leiterin des Europabüros der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Die Gespräche machten deutlich, dass die Europäische Union auch im Außenhandel für mehr Planungssicherheit sorgen muss. Im Spannungsfeld zwischen den USA und China kann Europa nur bestehen, wenn es pragmatisch handelt, eigene Interessen klar definiert und diese konsequent verfolgt. Gleichzeitig ist die Bundesregierung gefordert, ihre Rolle in Europa aktiv wahrzunehmen und die Interessen der exportorientierten deutschen Wirtschaft mit Nachdruck zu vertreten.

Der Wirtschaftsrat sieht es daher als notwendig an, dass die Europäische Union eine kohärente Außenwirtschafts- und Außenhandelsstrategie entwickelt. Wirtschaftspolitik muss sich stärker an europäischen Interessen orientieren und diese in konkrete Maßnahmen übersetzen. Nur eine wirtschaftlich starke, politisch handlungsfähige und enger integrierte Europäische Union wird sich in einer zunehmend von Geopolitik und Geoökonomie geprägten Welt dauerhaft behaupten können.