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03.04.2025
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Stärkung der Kritischen Infrastruktur und Cybersicherheit als Schlüsselaufgabe

Angesichts der Bedrohungslage für die Kritische Infrastruktur Deutschlands fordert der Wirtschaftsrat, dringend die gebotenen Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
©Adobe Stock (ole)

Die Sicherheit der deutschen Kritischen Infrastruktur (KRITIS) steht zunehmend unter Druck. Sabotage, Cyberangriffe und Extremwetterereignisse – die Bedrohungen werden immer vielfältiger und erfordern ein entschlossenes Handeln. Die Bundesfachkommis-sion Cybersicherheit des Wirtschaftsrates fordert daher dringend die Umsetzung eines umfassenden Krisenschutzplans, der nicht allein finanzielle Mittel bereitstellt, sondern auch die notwendige Infrastruktur und digitale Resilienz stärkt. Nur so kann Deutsch-land seine Kritische Infrastruktur zukunftssicher machen und den vielfältigen Bedrohun-gen begegnen.

Es wird deutlich, wie wichtig ein effektiver Schutz vor hybriden Bedrohungen ist. Uner-lässlich ist, dass der Schutz der Infrastruktur und die Cybersicherheit nicht nur finanziell gesichert, sondern auch politisch und organisatorisch strukturiert werden. Ein zentraler Punkt ist die Notwendigkeit eines KRITIS-Dachgesetzes sowie die schnelle Umsetzung der NIS2-Richtlinie auf europäischer Ebene, um den Anforderungen der digitalen Sicher-heit gerecht zu werden.

Krisenresilienz durch effiziente Koordination und klare Zuständigkeiten

Die Bundesfachkommission fordert, dass neben finanziellen Investitionen auch klare Zuständigkeiten und eine effiziente Koordination etabliert werden. Hierzu gehört insbe-sondere die Schaffung eines zentralen Steuerungsgremiums, das Maßnahmen zum Schutz der Kritischen Infrastruktur koordiniert und aufeinander abstimmt. Es ist not-wendig, dass alle relevanten Sektoren – von der Energieversorgung über die IT-Infrastruktur bis hin zum Bevölkerungsschutz – als gleichwertig betrachtet werden. Nur so kann eine nachhaltige Krisenresilienz erreicht werden.

Finanzielle Mittel sind lediglich ein Teil der Lösung

Obwohl durch das neue Sondervermögen für Infrastruktur nun zusätzliche finanzielle Mittel bereitstehen, darf die Sicherung der Kritischen Infrastruktur nicht nur eine Frage des Geldes sein. Es ist hervorzuheben, dass neben den finanziellen Mitteln qualifiziertes Personal benötigt wird, das geschult und auf Notfälle vorbereitet ist. Der Wirtschaftsrat fordert daher, dass ein spezielles Budget für Cybersicherheit sowie für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur bereitgestellt wird und das explizit den Aspekt der Aus- und Weiterbildung beinhaltet, um Deutschlands Resilienz gegen zukünftige Krisen zu stärken.

Eine klare Strategie für Cybersicherheit 

Die zunehmende Zahl an Cyberangriffen auf deutsche Unternehmen und kritische Ein-richtungen macht deutlich, wie wichtig es ist, Cybersicherheit als nationale Sicherheits-strategie zu verstehen. Die Bundesfachkommission fordert daher die Einrichtung eines „dedizierten Cybersecurity-Budgets“, das gezielt in den Ausbau der digitalen Infrastruk-tur und die Prävention von Cyberangriffen investiert. Diese Mittel müssen aus einem zentralen Budget verwaltet werden. Die Strategie darf sich nicht allein auf den Schutz vor Angriffen fokussieren, sondern muss auch die nicht trennbaren Aspekte der Industrie-, Forschungs- und Bildungspolitik betrachten, die für zukunftssichere Lösungen unerläss-lich sind.

Zukunftsfähige Lösungen für eine vernetzte Welt

Die Welt wird zunehmend vernetzter, und mit der Zunahme der Digitalisierung wächst auch die Bedrohung durch Cyberangriffe. Um den Schutz Kritischer Infrastrukturen lang-fristig zu gewährleisten, ist es entscheidend, dass Deutschland seine digitale Souveräni-tät stärkt. Dazu gehören auch die Förderung von Innovationen im Bereich der Cybersi-cherheit und die Entwicklung neuer Technologien, um auf die ständig wachsenden Her-ausforderungen der digitalen Welt reagieren zu können. Hier muss verstärkt ein Schwer-punkt auf die Transition der Forschungsergebnisse hin zu konkret anwend- und ver-marktbaren Lösungen gelegt werden. Die Stärke der deutschen Forschungslandschaft und -ergebnisse muss sich endlich auch in einer Wettbewerbsstärke niederschlagen.

Fazit:

Die Bedrohungslage für die Kritische Infrastruktur Deutschlands wird zunehmend kom-plexer und verlangt ein schnelles Handeln. Der Wirtschaftsrat fordert daher von der Bun-desregierung, dass sie die notwendigen Schritte unternimmt, um die digitale Resilienz und den Schutz unserer Infrastruktur nachhaltig zu gewährleisten. Dazu gehören eine angemessene Finanzierung, eine klare strategische Ausrichtung und die Einrichtung ei-nes effizienten Koordinierungsgremiums, das alle relevanten Bereiche miteinander ver-knüpft. Nur so kann Deutschland in einer zunehmend unsicheren Welt seine technologi-sche Souveränität und Sicherheit wahren.