„Globus im Fokus“ mit Matthias Bruch
Im Rahmen eines Mittagstisches der Sektion Pforzheim stand am 12. Februar mit der Globus-Gruppe eines der traditionsreichsten Familienunternehmen Deutschlands im Mittelpunkt. Nach der Begrüßung durch Georg Wellendorff, Sprecher der Sektion Pforzheim, gab Matthias Bruch, geschäftsführender Gesellschafter der Globus Holding GmbH & Co. KG und Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats im Saarland, einen fundierten Einblick in Strategie, Marktumfeld und Unternehmenskultur des Handelsunternehmens.
Zu Beginn ordnete Bruch die aktuellen Rahmenbedingungen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel ein. Hohe Preissensibilität der Verbraucher, ein steigender Promotions- und Aktionsanteil, intensiver Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck sowie anhaltend hohe Kosten- und Margenbelastungen prägten derzeit das Marktumfeld. Gleichzeitig gewännen Eigenmarken und Preiseinstiegssegmente zunehmend an Bedeutung, während Preis- und Konditionsverhandlungen mit der Industrie immer anspruchsvoller würden.
Vor diesem Hintergrund erläuterte Bruch das besondere Geschäftsmodell von Globus, das sich bewusst vom klassischen filialisierten Handel unterscheidet. Zentrales Element ist das „Local-Hero“-Prinzip, das unternehmerische Verantwortung vor Ort mit hoher Eigenfertigungstiefe verbindet. Die Markthallen basieren auf drei handwerklichen Säulen: Fachmetzgerei, Meisterbäckerei und Restaurant.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der besonderen Mitarbeiterbeteiligung bei Globus. Rund 50 Prozent der Beschäftigten sind direkt oder indirekt am Unternehmen beteiligt. Über verschiedene Beteiligungsmodelle können Mitarbeitende stille Gesellschafter einzelner Märkte oder der gesamten Gruppe werden und profitieren neben einer Verzinsung auch von erfolgsabhängigen Gewinnanteilen. Dieses Modell stärke unternehmerisches Denken und Identifikation auf allen Ebenen.
Zudem ging Bruch auf Themen wie Fachkräftegewinnung, den Umgang mit Lebensmittelverschwendung sowie die Herausforderungen langwieriger Genehmigungsverfahren bei Markteröffnungen ein. Zugleich formulierte er klare Erwartungen an die Politik: Unternehmen müssten stärker gehört und praxisnahe Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Der Mittagstisch bot einen interessanten, praxisnahen und informativen Austausch über die Zukunft des Handels, unternehmerische Verantwortung und die Bedeutung verlässlicher wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen.