Parlamentarischer Abend 2026 des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg
Der Parlamentarische Abend des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg brachte auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Gäste am Vorabend des Wirtschaftstages zusammen. Unternehmer, Führungskräfte und politische Entscheidungsträger nutzten den Abend für den direkten Austausch über wirtschaftspolitische Herausforderungen und notwendige Weichenstellungen für Deutschland und Baden-Württemberg.
(©Foto: Christian Thiel)
Joachim Rudolf, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Baden-Württemberg und Mitglied im Präsidium, begrüßte die Gäste und richtete den Blick auf die herausfordernde Lage der Unternehmen sowie auf die Erwartungen an die neue Landesregierung. Im Rahmen der Begrüßung verlieh Rudolf zudem die Auszeichnung „Sektion des Jahres" an die Sektion Esslingen/Göppingen.
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Den inhaltlichen Kern des Abends bildeten die Reden von drei hochrangigen Gästen. Thorsten Frei MdB, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramts, sprach über die drängenden wirtschaftspolitischen Reformaufgaben der neuen Bundesregierung. Er verwies beispielsweise auf die Belastung durch hohe Lohnnebenkosten und das geringe Netto vom Brutto als zentrale Wettbewerbshemmnisse. Reformen in der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung seien zudem notwendig und werden entsprechend angegangen. Die bisherige Legislaturperiode kritisch zu analysieren reiche ihm zufolge nicht aus – denn der Koalitionsvertrag muss konsequent weiter abgearbeitet und mit konkreten Taten gefüllt werden.
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Felix Schreiner MdB, Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, unterstrich die Notwendigkeit echter Reformen und einer Wirtschaftspolitik, die tatsächliches Wachstum ermöglicht. Der gegenseitige Austausch zwischen Politik und Wirtschaft sei dabei unverzichtbar – wirksame Reformen könnten nur gelingen, wenn sie von der Unternehmerschaft mitgetragen und unterstützt würden.
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Günther H. Oettinger, ehemaliger Vizepräsident der Europäischen Kommission und Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg a. D., formulierte pointiert: Es gehe letztlich nur um Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit – alles andere sei nachrangig. Die hohe Abgaben- und Steuerlast schmälere das verfügbare Einkommen und schade der Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland erheblich. Oettinger plädierte nachdrücklich für den Mut zu tiefgreifenden Reformen, insbesondere in der Arbeits- und Sozialpolitik.
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Der Abend machte deutlich: Der direkte Dialog zwischen Wirtschaft und Politik bleibt unverzichtbar. Der Wirtschaftsrat wird weiterhin als starke Stimme der Unternehmerschaft auftreten und die notwendigen Reformen für mehr Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit einfordern.