Bericht
01.07.2026
Drucken

Natur für Tourismus – Wie Brandenburg seine natürlichen Potenziale als Wirtschaftsfaktor nutzt

Tourismus in Brandenburg braucht Investitionen, Bürokratieabbau und politische Verlässlichkeit
©None

Unter dem Titel „Natur für Tourismus“ lud die Sektion Südbrandenburg des Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg zu einer Veranstaltung in das Hotel am Spreebogen nach Burg im Spreewald ein. Zum Auftakt begrüßte Gastgeberin und Hotelinhaberin Anita Bordmann die Teilnehmer und stellte ihr Hotel vor. Das Haus wurde 1996 innerhalb von nur sechs Monaten errichtet und ist heute fester Bestandteil der touristischen Infrastruktur im Spreewald. Gleichzeitig sprach sie ein Thema an, das viele familiengeführte Unternehmen bewegt: die Unternehmensnachfolge.

Anschließend machte unser politischer Gast Kurt Fischer MdL (SPD), Generalsekretär der SPD Brandenburg und Sprecher für Verbraucherschutz und Tourismuswirtschaft im Landtag Brandenburg deutlich, welche wirtschaftliche Bedeutung der Tourismus für Brandenburg besitzt. Die Branche entwickle sich erfreulich, die Gästezahlen seien positiv. Damit dieser Erfolg anhält, brauche es jedoch die richtigen politischen Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt standen dabei der Abbau bürokratischer Hürden, schnellere Genehmigungsverfahren sowie gezielte Investitionen in die Infrastruktur. Auch Mittel aus dem Sondervermögen könnten dazu beitragen, die touristische Entwicklung des Landes nachhaltig zu stärken.

Aus kommunaler Sicht berichtete außerdem Bernd Ragotzky, Bürgermeister der Gemeinde Burg (Spree-Neiße), über die Entwicklung des Kurortes. Das Bauen innerhalb des Biosphärenreservats sei zwar mit besonderen Herausforderungen verbunden, dennoch habe sich Burg in den vergangenen Jahren zu einem erfolgreichen Tourismusstandort entwickelt. Einen wesentlichen Anteil daran hätten neben der öffentlichen Hand vor allem private Investoren, die den Standort kontinuierlich weiterentwickelt haben. Heute vereint die Gemeinde mit rund 4.500 Einwohnern einen starken Mittelstand, eine hohe touristische Attraktivität und ein lebendiges Gewerbe.

In der anschließenden Diskussion mit den Mitgliedern und Gästen des Wirtschaftsrates wurden weitere zentrale Herausforderungen für die Tourismuswirtschaft angesprochen. Diskutiert wurden unter anderem die Bedeutung der EU-Förderung für regionale Projekte, die Notwendigkeit, die Interessen Brandenburgs auf europäischer Ebene stärker einzubringen, sowie der Ausgleich zwischen den Bedürfnissen von Tourismus und einheimischer Bevölkerung. Ebenso wurde die hohe steuerliche und bürokratische Belastung von Unternehmen thematisiert, die Investitionen erschwert und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts beeinflusst.

Die Veranstaltung machte deutlich: Brandenburg verfügt über hervorragende Voraussetzungen als Tourismusland. Damit dieses Potenzial auch künftig erfolgreich genutzt werden kann, braucht es unternehmerische Initiative, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen und eine Politik, die Wachstum ermöglicht statt ausbremst.

Wir bedanken uns recht herzlich bei unserer Gastgeberin Frau Bordmann sowie unseren politischen Gästen Kurt Fischer und Bernd Ragotzky für den offenen und konstruktiven Austausch!