Wirtschaftspolitisches Frühstück des Landesverbandes Berlin-Brandenburg
Im Rahmen eines Wirtschaftspolitischen Frühstücks im Berlin Capital Club begrüßte der Wirtschaftsrat Berlin-Brandenburg Dr. Christian Bruch, Vorstandsvorsitzender der Siemens Energy AG, zu einem Austausch über die Zukunft des Energiesystems und die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschland.
Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Transformation des deutschen Energiesystems. Dr. Bruch machte deutlich, dass Deutschland in den kommenden Jahren einen deutlich steigenden Strombedarf decken müsse. Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende seien daher ein zügiger Ausbau der Stromnetze, leistungsfähige Anschlussstrukturen sowie ein resilientes Energiesystem. Dabei wurden zudem Gaskraftwerke befürwortet, um eine Versorgungssicherheit während der Transformation zu gewährleisten.
Mit Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit betonte Dr. Bruch, dass Deutschland trotz bestehender Herausforderungen weiterhin über eine starke Infrastruktur verfüge. Auch in den USA seien die Rahmenbedingungen keineswegs durchweg einfacher. Entscheidend sei jedoch, die richtigen politischen und wirtschaftlichen Weichen zu stellen, um energieintensive Industrien langfristig am Standort Deutschland zu halten. Dafür brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und einen klaren Plan.
Ein weiteres Thema war der Ausbau der Offshore-Windenergie. Hier verwies Herr Dr. Bruch insbesondere auf die Notwendigkeit, erforderliche Netzanschlüsse rechtzeitig bereitzustellen. Im Zusammenhang mit der Wasserstoffwirtschaft wurde deutlich, dass die Erwartungen zuletzt gedämpft worden seien. Gleichwohl bleibe Wasserstoff perspektivisch ein wichtiger Baustein der Energiewende.
Darüber hinaus wurde die Bedeutung resilienter Lieferketten thematisiert. Angesichts geopolitischer Veränderungen und internationaler Abhängigkeiten sei eine stärkere Diversifizierung von Lieferketten unerlässlich. Gleichzeitig unterstrich Herr Dr. Bruch, dass technologische Innovationskraft auch künftig der entscheidende Wettbewerbsfaktor im internationalen Vergleich bleiben werde.
Abschließend machte Dr. Bruch deutlich, dass die Energiewelt der Zukunft von Vielfalt geprägt sein werde. Verschiedene Energieträger und Technologien würden nebeneinander bestehen. Um diese Transformation erfolgreich zu gestalten, seien erhebliche Investitionen in Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Innovation erforderlich. Gleichzeitig müsse die Politik verlässliche und wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen schaffen, damit Deutschland seine industrielle Stärke auch in Zukunft behaupten könne.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Dr. Bruch für diesen spannenden Impuls.