Bericht
02.06.2026
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Wo Höchstleistung trainiert wird – Impulse aus dem Spitzensport für Wirtschaft und Gesellschaft

Sektion Westbrandenburg diskutiert: Was Wirtschaft und Spitzensport verbindet: Talente, Disziplin und verlässliche Rahmenbedingungen
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Wie entstehen Spitzenleistungen – und was können Wirtschaft, Politik und Sport voneinander lernen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung der Sektion Westbrandenburg des Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg im SportPark Luftschiffhafen in Potsdam. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jörg Steinbach, Wirtschaftsminister a.D. des Landes Brandenburg, Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden und Gordon Hoffmann, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg diskutierte der Wirtschaftsrat über die Parallelen zwischen sportlichem Erfolg, wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit und den Herausforderungen der Transformation. Im Rahmen einer Führung durch die traditionsreiche Spitzensporteinrichtung erhielten die Teilnehmer außerdem Einblicke in die Trainingsbedingungen zahlreicher erfolgreicher Athletinnen und Athleten.

Prof. Dr. Jörg Steinbach, Wirtschaftsminister a.D. des Landes Brandenburg, betonte die zentrale Bedeutung von Versorgungssicherheit und einer erfolgreichen Energiewende für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Bau- und Infrastrukturprojekte hätten eine Schlüsselfunktion für die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Voraussetzung hierfür seien jedoch verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen auf europäischer, nationaler sowie regionaler Ebene. Kritisch bewertete Steinbach aktuell insbesondere die hohen Belastungen für Eigentümer im Gebäudemodernisierungsgesetz, während ein wirksamer Bürokratieabbau bislang ausbleibe. Darüber hinaus hob er die Bedeutung von Wasserstoff, Kreislaufwirtschaft sowie Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz hervor. Unternehmen müssten offen für neue Technologien sein, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, richtete den Blick ebenfalls auf die Bauwirtschaft. Qualität, Sicherheit und Effizienz seien zentrale Anforderungen an modernes Bauen. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Bauprojekte häufig an langwierigen Genehmigungs- und Planungsverfahren scheiterten. „Bauen ist ein regionales Thema“, betonte Frederichs und forderte eine stärkere Priorisierung sowie beschleunigte Prozesse. Angesichts der ambitionierten Klimaziele seien sowohl Neubau als auch energetische Sanierung unverzichtbar. Die schwierige wirtschaftliche Lage und verschiedene Krisen hätten den Wohnungsbau zuletzt erheblich belastet. Dennoch gebe die weiterhin vorhandene Nachfrage Anlass zur Zuversicht.

Gordon Hoffmann, Minister für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, zog Parallelen zwischen Spitzensport und wirtschaftlichem Erfolg. Exzellenz entstehe dort, wo Potenziale früh erkannt und über einen langen Zeitraum konsequent gefördert würden. Dies gelte für den Sport ebenso wie für Unternehmen. Talente benötigten verlässliche Rahmenbedingungen, Kontinuität und gezielte Unterstützung, um ihr Potenzial entfalten zu können. Leistung und Bildung stünden dabei nicht im Widerspruch, sondern seien miteinander vereinbar. Minister Hoffmann hob insbesondere die Bedeutung guter Übergänge in entscheidenden Entwicklungsphasen hervor. Disziplin, Ausdauer und Konsequenz seien sowohl im Spitzensport als auch in der Wirtschaft wesentliche Erfolgsfaktoren. Zudem seien attraktive Standorte entscheidend, um Talente langfristig zu gewinnen und zu halten.

Insgesamt verdeutlichte die Diskussion, dass Spitzenleistungen in Sport und Wirtschaft ähnliche Voraussetzungen benötigen: langfristige Perspektiven, verlässliche Rahmenbedingungen, gezielte Förderung und den Mut, neue Wege zu gehen. Der SportPark Luftschiffhafen in Potsdam bot nicht nur den passenden Rahmen, sondern auch ein anschauliches Beispiel dafür, wie nachhaltige Förderung und Kontinuität zu herausragenden Erfolgen führen können. Wir bedanken uns recht herzlich bei unseren Rednern und dem SportPark Luftschiffhafen für die Gastfreundschaft.