Bericht
09.09.2026
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Wohnungsbau und Infrastruktur im Fokus

Wirtschaftsrat Berlin-Brandenburg zu Gast bei der Tinglev Elementfabrik GmbH in Altlandsberg
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Wie groß der Handlungsbedarf beim Ausbau von Wohnraum und Infrastruktur ist, wurde bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates Berlin-Brandenburg am 3. September 2026 bei der Tinglev Elementfabrik GmbH in Altlandsberg deutlich. Im Mittelpunkt des Abends standen die Herausforderungen des Wohnungsbaus, die Zukunft der Infrastruktur sowie die Frage, wie Politik und Wirtschaft gemeinsam die notwendigen Investitionen voranbringen können.

Geschäftsführerin und Gastgeberin Anja Knoll begrüßte die Teilnehmer gemeinsam mit Herrn Kuhn, Vorsitzender des Mexico-Germany Business Council, und gab einen kurzen Ausblick auf den Ablauf des Abends. Als Referent war der brandenburgische Minister für Infrastruktur und Landesplanung, Robert Crumbach, zu Gast.


Serielles Bauen als Chance für mehr Wohnraum

Den Auftakt bildete eine Führung durch die Produktionsstätte der Tinglev Elementfabrik GmbH. Dabei erhielten die Teilnehmer einen Einblick in die Möglichkeiten des seriellen Bauens und in moderne Produktionsverfahren für die Schaffung von Wohnraum.

Angesichts von bundesweit rund 1,5 Millionen fehlenden Wohneinheiten und gleichzeitig deutlich gestiegenen Baukosten kommt effizienten und wirtschaftlichen Bauweisen eine besondere Bedeutung zu. Die Besichtigung machte deutlich, dass serielles Bauen keineswegs zwangsläufig mit einem Verlust an Individualität oder architektonischer Qualität verbunden sein muss. Vielmehr können standardisierte und effizient geplante Prozesse dazu beitragen, dringend benötigten Wohnraum schneller und kostengünstiger zu schaffen und gleichzeitig attraktive Lebensräume zu gestalten.


Infrastruktur vor großen Herausforderungen

Im anschließenden Impulsvortrag stellte Minister Robert Crumbach die Bedeutung der Bauwirtschaft als einen wesentlichen Motor für die Infrastrukturentwicklung heraus. Gleichzeitig verwies er auf die erheblichen Herausforderungen, vor denen Brandenburg und Deutschland stehen.

Ein hoher Investitionsbedarf besteht insbesondere bei Straßen, Schienen, Brücken und Schleusen. Hinzu kommen die Anforderungen an Klimaanpassung und Nachhaltigkeit. Um notwendige Projekte schneller umzusetzen, sei zudem ein konsequenter Abbau bürokratischer Hürden erforderlich.

Weitere Themen waren die engere Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft, die Digitalisierung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie die Stärkung Brandenburgs als Innovationsstandort. Gerade bei großen Infrastrukturprojekten seien verlässliche Rahmenbedingungen und effiziente Genehmigungsprozesse entscheidend, um Investitionen zu ermöglichen und Planungssicherheit für Unternehmen zu schaffen.

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Unterstützung für den Wohnungsbau

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die Maßnahmen des Landes zur Unterstützung des Wohnungsbaus. Diskutiert wurden unter anderem Zinsvergünstigungsprogramme, die Bereitstellung preisgünstiger Flächen und die Unterstützung von Bauvorhaben des Bundes.

Darüber hinaus wurde die Bedeutung verlässlicher rechtlicher Rahmenbedingungen hervorgehoben. Auch die Zusammenarbeit mit den Bauämtern, die Identifizierung und Beseitigung bestehender Hemmnisse sowie die Förderung von Ausbildung und Fachkräften im Baubereich wurden als wichtige Handlungsfelder benannt.


Lebhafte Diskussion über Lösungsansätze

In der anschließenden Diskussion wurden zahlreiche weitere Aspekte der Wohnraum- und Infrastrukturpolitik aufgegriffen. Dabei ging es unter anderem um die effizientere Nutzung des bereits vorhandenen Wohnraums und die Frage, wie Anreize für den Umzug in kleinere Wohnungen geschaffen werden können.

Auch der Wohnungsneubau, die Weiterentwicklung von Verkehrswegen, internationale Vergleiche sowie mögliche steuerliche Anpassungen wurden kontrovers und praxisnah diskutiert. Die unterschiedlichen Perspektiven aus Politik und Wirtschaft machten deutlich, dass es für die bestehenden Herausforderungen keine einzelne Lösung geben kann.

Die Veranstaltung zeigte zugleich, wie wichtig ein enger und kontinuierlicher Austausch zwischen Politik und Wirtschaft ist. Nur durch den Abbau bürokratischer und rechtlicher Hemmnisse, verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichende Investitionen wird es gelingen, den dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und die Infrastruktur zukunftsfähig aufzustellen.

Der Abend bei der Tinglev Elementfabrik GmbH bot damit nicht nur interessante Einblicke in die Möglichkeiten des seriellen Bauens, sondern vor allem eine Plattform für den offenen Austausch über konkrete Herausforderungen und notwendige politische und wirtschaftliche Weichenstellungen.