Vorsitz

Noah Petermann
Gründer
Aniva Health GmbH
Berlin
Die Metropolregion Berlin-Brandenburg zählt zu den am schnellsten wachsenden Regionen Europas und steht damit vor tiefgreifenden Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungssystem. Demografischer Wandel, Digitalisierung und der steigende Bedarf an qualifizierten Fachkräften verändern die Anforderungen an Bildung, Ausbildung und Beschäftigung grundlegend. Gleichzeitig eröffnet diese Entwicklung große Chancen: freiwerdende Stellen, neue Berufsfelder und ein wachsender Bedarf an Innovation und Qualifikation können die Region langfristig stärken, vorausgesetzt, Bildung und Arbeitsmarkt werden konsequent aufeinander abgestimmt.
Wettbewerbsfähigkeit beginnt bereits im Klassenzimmer, weshalb Bildung früh an die Anforderungen der modernen Arbeitswelt angepasst werden muss. Besonders MINT-Fächer wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie wichtige Kompetenzen für digitale und technologische Entwicklungen vermitteln, während Lehrkräfte gezielt auf diese Veränderungen vorbereitet werden müssen, um zeitgemäßen Unterricht zu gewährleisten. Auch die berufliche Bildung ist davon betroffen und muss flexibler auf den Wandel des Arbeitsmarktes reagieren, da sich Berufsbilder verändern oder neu entstehen. Lebenslanges Lernen wird dadurch immer wichtiger, um Beschäftigungsfähigkeit zu sichern und den digitalen Wandel aktiv zu gestalten.
Die Wettbewerbsfähigkeit von Arbeit in der Metropolregion Berlin-Brandenburg wird auch durch Standortfaktoren wie Lohnniveau, Lohnnebenkosten und Lohnsteuer beeinflusst. Diese bestimmen sowohl die Kosten für Unternehmen als auch das Nettoeinkommen der Beschäftigten und wirken damit direkt auf die Standortattraktivität. Unterschiede zwischen dem wirtschaftlich starken Berlin und dem eher ländlich geprägten Brandenburg verstärken diese Effekte zusätzlich. Insgesamt sind diese Faktoren entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Region und sollten in der Standortpolitik berücksichtigt werden.
Die Startup-Politik in der Metropolregion Berlin-Brandenburg sollte stärker auf Clusterförderung statt auf die isolierte Unterstützung einzelner Unternehmen setzen. Durch die gezielte Entwicklung von Innovationsclustern können Synergien zwischen Startups, etablierten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Dienstleistern besser genutzt und Innovationen beschleunigt werden. Gleichzeitig ist eine stärkere Unterstützung durch die Landesinvestitionsbanken notwendig, um jungen Unternehmen besseren Zugang zu Kapital und Förderprogrammen zu ermöglichen. Ein besonderer Fokus sollte zudem auf der Förderung von Universitäts-Spin-offs liegen, da sie wissenschaftliche Erkenntnisse direkt in marktfähige Geschäftsmodelle überführen und so die Innovationskraft der Region nachhaltig stärken.
Die Landesfachkommission Humankapital- und Startup-Politik bringt Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Politik zusammen, um genau diese Schnittstellen zu bearbeiten. Ziel ist es, tragfähige Antworten auf die komplexen Herausforderungen von Demografie, Digitalisierung und Fachkräftesicherung zu entwickeln und in den politischen Diskurs einzubringen.
So trägt die Landesfachkommission dazu bei, die Bildungs-, Arbeitsmarkt- und Startup-Politik zukunftsfähig auszurichten, die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken und den Wandel aktiv zu gestalten, statt nur auf ihn zu reagieren.

Noah Petermann
Gründer
Aniva Health GmbH
Berlin

Dr. Anna Dietrich
Leiterin Public Affairs & Government Relations
yd. yourdelivery GmbH
Berlin

Prof. Dr. Dr. h.c. Sascha J. Flemnitz
CEO & Founder
ExCaMa Experts. Career. Management
Berlin
Niklas
Schellenberg
Referent für Wirtschaftspolitik & Organisation