Bericht
18.06.2026
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Jour Fixe mit Anne Weidenbach

Jour fixe des Wirtschaftsrates Brüssel mit Anne Weidenbach, Mitglied des Kabinetts von Dan Jørgensen, EU-Kommissar für Energie und Wohnen
©Wirtschaftsrat Brüssel

Im Rahmen des Jour Fixe des Wirtschaftsrates Brüssel sprach Anne Weidenbach, Mitglied des Kabinetts von Dan Jørgensen, EU-Kommissar für Energie und Wohnen, zum Thema „Aktuelle Fragen der EU-Energiepolitik“.

Corinna Grajetzky, Vorsitzende des Wirtschaftsrates Brüssel, begrüßte die Referentin zu einem Austausch über die aktuellen Herausforderungen der europäischen Energiepolitik sowie die künftigen Prioritäten der Europäischen Kommission im Spannungsfeld von Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die europäische Energiepolitik ausgestaltet werden sollte. Diskutiert wurde insbesondere, welche Industrie- und Wirtschaftssektoren für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit Europas von strategischer Bedeutung sind und wie gleichzeitig eine bezahlbare Energieversorgung gewährleistet werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Interdependenz zwischen Energiepolitik und technologischer Souveränität. Dabei wurde deutlich, dass die Europäische Union ihre Abhängigkeiten sowohl im Energiesektor als auch bei kritischen Technologien reduzieren muss. In diesem Zusammenhang wurden die Bedeutung der Elektrifizierung, der Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Rolle der Kernenergie als Bestandteil eines diversifizierten Energiemixes erörtert.

Besondere Aufmerksamkeit galt dem Ausbau und der Modernisierung der europäischen Energienetze. Hervorgehoben wurde die Notwendigkeit, die Digitalisierung der Netzinfrastruktur voranzutreiben, Genehmigungs- und Planungsverfahren zu beschleunigen sowie ausreichende Speicherkapazitäten für Strom aus erneuerbaren Energien bereitzustellen.

Diskutiert wurden zudem die finanziellen Rahmenbedingungen der Energiewende. Dabei wurde die Bedeutung privater Investitionen für den Ausbau der Energieinfrastruktur unterstrichen. Gleichzeitig wurde die Notwendigkeit verlässlicher regulatorischer Rahmenbedingungen betont, um Investitionssicherheit für Unternehmen zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Versorgungssicherheit und Resilienz der europäischen Energieversorgung. Erörtert wurden Fragen der Diversifizierung von Gas- und Stromlieferungen, der Ausbau von LNG-Infrastrukturen sowie die Rolle von Wasserstoff für die künftige Energieversorgung Europas. Dabei wurde hervorgehoben, dass neue Abhängigkeiten vermieden und europäische Wertschöpfungsketten gestärkt werden müssen.

Auch die steigende Stromnachfrage durch Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Rechenzentren wurde thematisiert. In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung einer langfristigen Energieplanung sowie eines ausgewogenen Energieportfolios für die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Europa hervorgehoben.

In der anschließenden Diskussion standen unter anderem der zukünftige europäische Strommix, die Rolle von Wasserstoff und Biomethan, die Reform der Stromsteuerrichtlinie, die Überarbeitung des Vergaberechts, Fragen der Versorgungssicherheit sowie die Umsetzung bestehender energie- und klimapolitischer Regelwerke im Mittelpunkt.