Astrid Hamker zu Gesprächen in Brüssel - 14./15. Juli 2026
Im Rahmen ihres Brüssel-Besuchs führte Astrid Hamker, Präsidentin des Wirtschaftsrates der CDU e.V., hochrangige politische Gespräche mit Vertretern der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments sowie der deutschen EU-Vertretung. Im Mittelpunkt standen zentrale wirtschaftspolitische Zukunftsfragen: Die Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit, eine technologieoffene Transformation der Industrie, die Vertiefung des Binnenmarktes, innovationsfreundliche Regulierung, eine strategisch ausgerichtete Handelspolitik sowie die Sicherung von Ernährungs- und Versorgungssouveränität.
Ein zentrales Thema war die künftige Ausgestaltung der europäischen Klima- und Industriepolitik. Im Gespräch mit Kommissar Hoekstra brachte Astrid Hamker die Anliegen der Wirtschaft mit Blick auf den europäischen Emissionshandel ein. Dabei stand insbesondere die Frage im Vordergrund, wie Einnahmen aus dem ETS künftig gezielter den Industrien zugutekommen können, die unmittelbar von der Transformation betroffen sind. Aus Sicht des Wirtschaftsrates ist entscheidend, dass diese Mittel nicht lediglich in nationale Haushalte fließen, sondern zur Stärkung industrieller Wettbewerbsfähigkeit und zur Finanzierung der Transformation eingesetzt werden.

Astrid Hamker und EU-Kommissar Wopke Hoekstra (© Eric Berghen)
Im Austausch mit Dr. Andreas Schwarz, Kabinettschef von EU-Kommissarin Ekaterina Zaharieva, ging es vor allem um die Initiative EU Inc. und ihre Bedeutung für Startups, Scaleups, den Binnenmarkt und den Wirtschaftsstandort Europa. Astrid Hamker unterstrich, dass der Wirtschaftsrat ausdrücklich hinter dem Ansatz eines einheitlicheren europäischen Rahmens für junge und innovative Unternehmen steht. Deutlich wurde zugleich, dass das Konzept nur dann seine Wirkung entfalten kann, wenn es konsequent und ohne zusätzliche Komplexität umgesetzt wird.

Astrid Hamker und Dr. Andreas Schwarz (© Eric Berghen)
Mit dem Europaabgeordneten Jens Gieseke, EVP-Koordinator im Verkehrsausschuss, sprach Astrid Hamker über die Transformation der Automobilindustrie. Im Mittelpunkt standen Technologieoffenheit, die Einhaltung der Klimaziele bei gleichzeitiger Wahrung industrieller Wertschöpfung sowie die Sorge um weitere Arbeitsplatzverluste in der europäischen Industrie. Thematisiert wurden außerdem Flottenregulierung, autonomes Fahren und die Bedeutung wettbewerbsfähiger Batterie-Wertschöpfungsketten in Europa.

Astrid Hamker und MdEP Jens Giesecke (© Eric Berghen)
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der europäischen Digital- und Rechtspolitik. Im Gespräch mit Axel Voss, EVP-Koordinator im Rechtsausschuss, wurden ebenfalls das 28. Regime, EU Inc. sowie der europäische Umgang mit Künstlicher Intelligenz erörtert. Dabei wurde deutlich, dass Regulierung Innovation ermöglichen und nicht behindern darf. Zugleich wurde das politische Momentum hervorgehoben, das derzeit genutzt werden müsse, um Europa innovationsfreundlicher, schneller und wettbewerbsfähiger aufzustellen.

Astrid Hamker und MdEP Axel Voss (© Eric Berghen)
Beim Gespräch mit Niclas Herbst, Vorsitzender der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament, standen der Mehrjährige Finanzrahmen, der geplante Wettbewerbsfonds sowie europäische Verteidigungsprogramme im Mittelpunkt. Astrid Hamker betonte, dass der künftige EU-Haushalt konsequent auf Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und wirtschaftliche Stärke ausgerichtet werden müsse. Auch die Frage, wie Unternehmen stärker von Kohäsionspolitik und Programmen im Verteidigungsbereich profitieren können, wurde diskutiert.

Astrid Hamker und MdEP Niclas Herbst (© Eric Berghen)
Mit Alexandra Jour-Schröder, stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion FISMA, sprach Astrid Hamker über die Savings and Investment Union, die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Bankensektors und die künftige Finanzmarktregulierung. Der Wirtschaftsrat unterstützt das Ziel, private Ersparnisse stärker in produktive Investitionen zu lenken und die Kapitalmarktintegration in Europa voranzubringen. Zugleich wurden Fragen der Marktaufsicht, möglicher Zentralisierungstendenzen sowie des digitalen Euro erörtert.

Astrid Hamker und Alexandra Jour-Schröder (© Eric Berghen)
Im Gespräch mit Bernd Biervert, Kabinettschef von EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič, standen die EU-China-Strategie sowie die europäische Handelspolitik im Vordergrund. Astrid Hamker warb dabei erneut für eine verlässliche, offene und strategisch ausgerichtete Handelspolitik. Auch die Umsetzung des Mercosur-Abkommens wurde als wichtiger Baustein für Diversifizierung, Marktzugang und internationale Wettbewerbsfähigkeit Europas angesprochen.

Astrid Hamker im Gespräch mit Bernd Biervert (© Eric Berghen)
Mit EU-Kommissar Christophe Hansen sprach Astrid Hamker über Ernährungssicherheit, landwirtschaftliche Wertschöpfung und die Bedeutung europäischer Ernährungssouveränität. Dabei wurde unter anderem ein Programm zur Stärkung der europäischen Versorgung mit Düngemitteln vorgestellt. Deutlich wurde, dass eine resiliente Landwirtschaft, sichere Lieferketten und bezahlbare Betriebsmittel zentrale Voraussetzungen für Versorgungssicherheit in Europa sind.

Astrid Hamker im Gespräch mit EU-Kommissar Christophe Hansen (© Eric Berghen)
Darüber hinaus brachte Astrid Hamker die Perspektive des Wirtschaftsrates in den Austausch zwischen der Bundesfachkommission Internationalen Kreis und Botschafterin Helene Winter, stellv. Ständige Vertreterin Deutschlands bei der EU, ein. Es standen wirtschafts- und wettbewerbspolitische Fragen im internationalen Kontext im Mittelpunkt.

Astrid Hamker und die Bundesfachkommission Internationaler Kreis im Gespräch mit Botschafterin Helene Winter (© Eric Berghen)
Insgesamt verdeutlichte der Brüssel-Besuch, dass Europas Wettbewerbsfähigkeit nur durch ein Zusammenspiel aus technologieoffener Transformation, innovationsfreundlicher Regulierung, vertieftem Binnenmarkt, leistungsfähigen Kapitalmärkten und offener Handelspolitik gesichert werden kann.