Bericht
20.02.2026
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Unternehmensnachfolge als Schlüssel zur regionalen Stärke

Wirtschaft und Politik diskutierten bei der Veranstaltung „Wenn Unternehmen weitergehen“
©Wirtschaftsrat Hessen

Wirtschaft und Politik diskutierten bei der Veranstaltung „Wenn Unternehmen weitergehen“ der Sektion Wetterau die Chancen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen erfolgreicher Unternehmensnachfolge in Hessen.

Die Veranstaltung der Sektion Wetterau zum Thema „Wenn Unternehmen weitergehen – Nachfolge als Schlüssel zur regionalen Stärke“ behandelte die zentrale Bedeutung der Unternehmensnachfolge für die wirtschaftliche Zukunft der Wetterau. Experten aus Wirtschaft und Politik diskutierten Herausforderungen, Chancen und Rahmenbedingungen für erfolgreiche Nachfolgen. Yani Neugebauer, Sprecherin der Sektion Wetterau des Wirtschaftsrats Hessen, betonte, dass Lieferketten zusammenbrechen können, wenn Nachfolgeprozesse nicht rechtzeitig geplant werden oder erfolgen.

Annette Wetekam, Landtagsabgeordnete und Tochter eines mittelständischen Unternehmers, hob die langfristige Bedeutung der Nachfolge hervor, insbesondere in den aktuellen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Sie wies darauf hin, dass der Wetteraukreis aufgrund seiner guten Infrastruktur, sozialen Rahmenbedingungen und hohen Zuzugszahlen sehr gute Voraussetzungen für Unternehmensnachfolgen bietet, auch wenn Investitionen, etwa in Bildung und Infrastruktur, hohe Kosten für den Landkreis verursachen. Sie betonte die Notwendigkeit steuerlicher Erleichterungen und den Abbau bürokratischer Hürden. Initiativen zur Verwaltungsdigitalisierung, welche Papieraufwand reduzieren und schnelle Prozesse ermöglichen, seien wichtige Schritte, die ihrer Meinung nach auch endlich durch den neuen Bundesdigitalminister angegangen werden. Sie betonte aber gleichzeitig, dass die Geschwindigkeit beim Abbau von Bürokratie den Wünschen der Wirtschaft noch hinterherhängt und auch immer mit Risiken verbunden ist.

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Isabelle Ilori-King, Geschäftsführerin der Weitblick GmbH & Co. KG in vierter Generation, berichtete, dass Nachfolge in ihrer Familie kein großes Diskussionsthema, sondern selbstverständlich war. Sie erklärte, dass dies jedoch für viele junge Menschen unattraktiv ist. Ilori-King wies auf finanzielle Belastungen für die nachfolgende Generation hin und forderte mehr politische Unterstützung. Nachfolge sei ein strategisches und emotionales Thema, welches Loslassen der vorherigen Generation erfordere, damit Nachfolger das Unternehmen nach eigenen Vorstellungen führen können.

Wolf Lüdge, erfahrener Geschäftsführer und Nachfolgeberater beim Unternehmen Wertfolge, erklärte, dass Nachfolge oft leichter als Neugründung sei, aber Haltung und Engagement erfordere. Politik, Verwaltung und Unternehmen müssten aktiv zusammenarbeiten, Digitalisierung allein reiche beim Bürokratieabbau nicht aus.

Kim Körber, Moderator der Diskussion und selbst Gründer der ersten Generation, unterstrich, dass unternehmerisches Denken und Verantwortung beim Einzelnen beginnen und nicht allein auf politische Maßnahmen gewartet werden könne. Insgesamt zeigte die Veranstaltung, dass Unternehmensnachfolge wirtschaftliche, rechtliche, strategische und emotionale Aspekte vereint und für die regionale Stärke entscheidend ist.

Abschließend gilt ein besonderer Dank der Volksbank Mittelhessen und dem ZukunftsRaum Friedberg für die Unterstützung der Veranstaltung.