Bericht
26.02.2026
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Zukunftsfragen im Fokus: Digitale Diskussion zur Kommunalwahl 2026 im Landkreis Darmstadt-Dieburg

Veranstaltung der Sektion Darmstadt-Dieburg mit den Kandidaten von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen über Zukunftsfragen des Landkreises.
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Der Landkreis Darmstadt-Dieburg steht mit Blick auf die Kommunalwahl 2026 vor wichtigen Weichenstellungen. Zu einer digitalen Diskussionsveranstaltung hatte daher die Sektion Darmstadt-Dieburg des Wirtschaftsrat Hessen mit Vertretern der Büdnis90/die Grünen, CDU und SPD eingeladen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wirtschaftliche Stärke, solide Finanzen und soziale Verantwortung im Landkreis nachhaltig miteinander verbunden werden können.

Die Sprecherin der Sektion, Dr. Anne Kathrin Adam, eröffnete die Veranstaltung und stellte die zentralen Forderungen der regionalen Wirtschaft für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität des Landkreises vor. Im Mittelpunkt stand ein konsequenter Bürokratieabbau mit dem Ziel einer modernen und leistungsfähigen Verwaltung. Unternehmen, Handwerk und Mittelstand sollen von schnelleren Genehmigungsverfahren, digitalen Prozessen und verlässlichen Ansprechpartnern profitieren, um wirtschaftliche Dynamik zu fördern. Zudem müsse die Verkehrsinfrastruktur durch den Ausbau und die Sanierung von Straßen, Brücken und Schienen sowie durch einen leistungsfähigen ÖPNV und eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur für Elektromobilität gestärkt werden, um die regionale Mobilität und Erreichbarkeit zu sichern. Auch der Ausbau von bezahlbarem und nachhaltigem Wohnraum sowie die Stärkung lebendiger Innenstädte und Ortskerne durch wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen wurden als wichtige Zukunftsaufgaben hervorgehoben.

An diese wirtschafts- und strukturpolitischen Anforderungen anknüpfend, warb Christian Grunwald, Co-Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg und seit 2011 Mitglied des Kreistages, für einen erweiterten, langfristig ausgerichteten Blick auf den Wirtschaftsstandort. Dieser lasse sich nicht allein über Gewerbesteuereinnahmen oder neue Gewerbegebiete definieren, sondern müsse auch moderne Schulen, leistungsfähige Mobilität, Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort, die Integration und Bindung qualifizierter Fachkräfte sowie eine unabhängige und bezahlbare Energieversorgung berücksichtigen. Wirtschaftliche Stärke und Klimaschutz seien dabei kein Widerspruch, sondern erforderten verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine klare strategische Steuerung.

Vor diesem Hintergrund verwies Lutz Köhler, Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für Bauen, Umwelt und Schule, auf die positive Entwicklung des Landkreises in den vergangenen Jahren. Mit inzwischen über 300.000 Einwohnern und einer niedrigen Arbeitslosenquote befinde sich der Landkreis auf stabilem Wachstumskurs. Besonders im Bildungsbereich seien umfangreiche Investitionen erfolgt, um schulische Infrastruktur und Betreuungsangebote zukunftsfähig auszubauen. Auch die Stärkung der Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum, der Ausbau von Bildungsangeboten mit Schwerpunkt auf naturwissenschaftliche Fächer sowie Investitionen in Verkehr und ÖPNV bildeten zentrale Säulen der Kreispolitik.

Neben diesen infrastrukturellen und wirtschaftlichen Aspekten rückten anschließend insbesondere soziale Fragen und gesellschaftliche Zukunftsaufgaben in den Fokus der Diskussion. Christel Sprößler, Kreisbeigeordnete und Leiterin des Sozial- und Jugenddezernats, stellte dabei die soziale Sicherheit als zentrale Grundlage für die weitere Entwicklung des Landkreises heraus. Bezahlbarer Wohnraum und kleinere Wohneinheiten, insbesondere für ältere Menschen, könne dazu beitragen, größeren Wohnraum für Familien verfügbar zu machen. Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels komme aber auch dem Übergang von der Schule in den Beruf besondere Bedeutung zu. Ziel sei es zudem, Arbeitslose wieder stärker in den Arbeitsmarkt zu integrieren und die medizinische Versorgung im ambulanten wie im stationären Bereich zu sichern. Investitionen in frühkindliche Bildung und eine moderne, digital aufgestellte Verwaltung seien für sie ebenfalls entscheidende Bausteine für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises.

Die anschließende Diskussion machte deutlich, dass unterschiedliche politische Akzente gesetzt werden, das gemeinsame Ziel jedoch klar ist: die Handlungsfähigkeit des Landkreises zu sichern und tragfähige Lösungen für Wirtschaft, Wohnen, Mobilität, Bildung und soziale Infrastruktur zu entwickeln.