Bericht
08.06.2026
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Betriebsbesichtigung im ehemaligen Kernkraftwerk Greifswald

Technikgeschichte zum Anfassen
©Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Die Mitglieder des Wirtschaftsrates hatten die Möglichkeit im ehemaligen Kernkraftwerk Greifswald in Lubmin an einer Führung durch den Block 6 teilzunehmen. Selten gibt es die Gelegenheit, eine derart komplexe technische Anlage aus nächster Nähe kennenzulernen. Entsprechend groß waren Interesse und Begeisterung.

Historischer Hintergrund:

Das Kernkraftwerk Greifswald war das größte Kernkraftwerk der DDR. Geplant waren insgesamt acht Reaktorblöcke des Typs WWER-440. Die Blöcke 1 bis 4 gingen zwischen 1973 und 1979 in Betrieb. Block 5 befand sich zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung lediglich kurzzeitig im Probebetrieb. Der besichtigte Block 6 war weitgehend errichtet, jedoch noch nicht betriebsfertig. Die Blöcke 7 und 8 befanden sich noch in unterschiedlichen Bauphasen.

Heute wird der Standort durch die EWN GmbH zurückgebaut. Gleichzeitig bietet er einen einzigartigen Einblick in die Energie- und Industriegeschichte Deutschlands.

Technische Daten des Blockes 6:

• Reaktortyp: WWER-440/213 (Druckwasserreaktor) 

• Elektrische Leistung: ca. 440 MW

• Thermische Leistung: ca. 1.375 MW

• Primärkreisdruck: ca. 125 bar

• Kühlmitteltemperatur: bis etwa 300 °C

• Mehrere tausend Mess- und Überwachungspunkte

• Kilometerlange Rohrleitungs- und Kabelsysteme

Unser besonderer Dank gilt Andreas Heinz, Sprecher der Sektion Vorpommern-Greifswald, Geschäftsführer Markus Lindner für die Organisation der Führung sowie Herrn Kurt Radloff, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der EWN GmbH, der die Teilnehmer mit großem Fachwissen und zahlreichen interessanten Erläuterungen durch die Anlage führte. Bereichert wurde die Führung durch zwei Mitglieder des Wirtschaftsrates, die früher im Atomkraftwerk tätig waren und ihre Erfahrungen einbringen konnten. 

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Foto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Die Veranstaltung vermittelte eindrucksvoll die technische Leistungsfähigkeit des industriellen Anlagenbaus und lieferte zugleich wertvolle Impulse für die aktuelle Diskussion über Energieversorgung, Versorgungssicherheit und industrielle Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland.