Bericht
13.07.2026
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Chancen für den Wirtschaftsstandort Ludwigslust-Parchim

Hintergrundgespräch mit Landrat Stefan Sternberg und Kreistagspräsident Olaf Steinberg
©Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Im Rahmen eines Hintergrundgesprächs berichteten Landrat Stefan Sternberg und Kreistagspräsident Olaf Steinberg über die wirtschaftliche Entwicklung sowie die politischen und infrastrukturellen Herausforderungen im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Der Landkreis hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der bedeutendsten Lebensmittelstandorte Norddeutschlands entwickelt. Unternehmen wie Sweet Tec, Grabower Süßwaren und die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten stehen beispielhaft für eine leistungsfähige Ernährungswirtschaft, die mit hochwertigen Produkten bundesweit und international erfolgreich ist. Die Region verfügt damit über eine starke industrielle Basis und bietet gute Voraussetzungen für weiteres Wachstum.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass zahlreiche politische Rahmenbedingungen Investitionen erschweren. Insbesondere umfangreiche Umweltauflagen und langwierige Genehmigungsverfahren bremsen die wirtschaftliche Entwicklung. So können etwa artenschutzrechtliche Vorgaben – beispielsweise beim Vorkommen von Seeadlern oder Rotmilanen – Infrastruktur- und Energieprojekte erheblich verzögern. Hinzu kommen europäische Regulierungen, die aus Sicht der Gesprächspartner zusätzliche Belastungen für Unternehmen und Kommunen schaffen.

Dabei verfügt Ludwigslust-Parchim über hervorragende Voraussetzungen für die Erzeugung erneuerbarer Energien. Die Wind- und Photovoltaikpotenziale zählen zu den besten in Deutschland. Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht in der Erzeugung, sondern im Transport der erzeugten Energie. Die bestehende Netzinfrastruktur stößt zunehmend an ihre Grenzen. Deshalb werden neue Ansätze diskutiert – etwa der Bau von Energiespeichern oder die Ansiedlung energieintensiver Unternehmen wie Rechenzentren, um die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.

Positiv entwickelte sich nach Angaben des Landrates auch die Investitionstätigkeit entlang der Bundesautobahn A14. Die verbesserte Verkehrsanbindung sorgt für ein wachsendes Interesse von Unternehmen und Investoren und eröffnet neue Perspektiven für den Wirtschaftsstandort.

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist der öffentliche Personennahverkehr. Im Landkreis entsteht die erste vollautomatische Buslinie. Langfristig sollen mehr als 100 autonome Busse den ÖPNV insbesondere im ländlichen Raum stärken. Dabei wurde bewusst auf deutsche Technologie gesetzt. Als größte Herausforderung sieht Landrat Sternberg allerdings weiterhin die Akzeptanz solcher Innovationen in der Bevölkerung.

PXL_20260713_145007543.jpgFoto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Auch die Bildungslandschaft wurde positiv bewertet. Eine gut ausgebaute Schullandschaft und ein leistungsfähiges Bildungsangebot stellen wichtige Standortfaktoren dar und erhöhen die Attraktivität des Landkreises für Familien und Unternehmen gleichermaßen.

Intensiv diskutiert wurde zudem die Zukunft des ehemaligen Flughafens Schwerin-Parchim. Nachdem chinesische Investoren dort einst ein internationales Logistikdrehkreuz im Zusammenhang mit der Neuen Seidenstraße aufbauen wollten, führten mehrere Insolvenzen zu ungeklärten Eigentumsverhältnissen. Der Standort verfügt mit seiner rund drei Kilometer langen Start- und Landebahn sowie einer 24-Stunden-Betriebsgenehmigung über hervorragende infrastrukturelle Voraussetzungen. Selbst Großraumflugzeuge wie der Airbus A380 könnten dort problemlos starten und landen. Vor diesem Hintergrund wird derzeit unter anderem geprüft, den Flughafen künftig als Standort für die Bundeswehr beziehungsweise die Marineflieger zu nutzen, etwa für die Stationierung von Fluggeräten und Drohnensystemen. Voraussetzung hierfür ist allerdings zunächst die Klärung der Eigentumsverhältnisse.

Zum Abschluss des Gesprächs warben die Gesprächspartner für mehr Zuversicht. Trotz der bestehenden Herausforderungen biete Ludwigslust-Parchim erhebliche wirtschaftliche Potenziale. Entscheidend sei, die Chancen konsequent zu nutzen, Investitionen zu ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Wirtschaftlicher Erfolg und ein konstruktiver Umgang miteinander seien die Grundlage für eine positive Entwicklung der gesamten Region.