Bericht
30.06.2026
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Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum im Fokus

Veranstaltung mit der gesundheitspolitischen Sprecherin Simone Borchardt MdB bei Miltenyi in Teterow
©Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Wie kann eine wohnortnahe, bezahlbare und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung auch in ländlichen Regionen sichergestellt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung des Wirtschaftsrates Mecklenburg-Vorpommern und der Konrad-Adenauer-Stiftung Mecklenburg-Vorpommern in Teterow.

Es diskutierten Simone Borchardt MdB, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Manon Austenat-Wied, Leiterin der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern der Techniker Krankenkasse, sowie Franzel Simon von den Helios Kliniken über die Zukunft der Gesundheitsversorgung.

Im Fokus der Diskussion standen die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung, die Herausforderungen in der Pflege, die nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems sowie die Chancen von Prävention und Digitalisierung.

Die Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass das deutsche Gesundheitssystem trotz hoher Ausgaben effizienter werden muss. Simone Borchardt betonte, dass Deutschland zwar eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt habe, die Versorgungsqualität diesem Aufwand jedoch nicht entspreche. Sie sprach sich für eine konsequente Umsetzung der Krankenhausreform, den Abbau übermäßiger Bürokratie sowie eine Stärkung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung aus. Zudem sieht sie in einer Reduzierung der Zahl der Krankenkassen einen wichtigen Schritt zur Entbürokratisierung, da dadurch der Aufwand für zahlreiche Selektivverträge sinken könnte.

IMG_0479.jpegFoto: Wirtschaftsrat der CDU e.V.

Auch Franzel Simon kritisierte die hohen Dokumentationspflichten in den Krankenhäusern. Er verwies darauf, dass in Deutschland noch immer rund zwei Drittel der Behandlungen stationär erfolgen, während in Spanien etwa zwei Drittel ambulant und nur ein Drittel stationär durchgeführt werden. Eine stärkere Ambulantisierung könne das Gesundheitssystem deutlich entlasten.

Zudem gebe es keine signifikanten Hinweise darauf, dass eine höhere Zahl an Ärztinnen und Ärzten oder Pflegekräften im Krankenhaus automatisch zu einer besseren Behandlungsqualität führe.

Einigkeit bestand darin, die sektorenübergreifende Versorgung zwischen ambulanten und stationären Angeboten weiter auszubauen. Als zukunftsweisend wurden regionale Versorgungscluster mit einer engen telemedizinischen Vernetzung genannt.

Die Panelteilnehmer betonten, dass insbesondere der ländliche Raum verlässliche Strukturen, innovative Versorgungskonzepte und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten benötigt, um die medizinische Versorgung langfristig zu sichern.

Die von dem Journalisten Jörg Franze moderierte Veranstaltung bot den zahlreichen Gästen die Möglichkeit, eigene Fragen und Erfahrungen einzubringen. Dabei wurde deutlich, dass die Zukunft der Gesundheitsversorgung entschlossenes politisches Handeln und praxisnahe Lösungen erfordert, die sich an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort orientieren.