Bericht
31.08.2026
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"Blick über die Elbe" - Diskussionsveranstaltung der Sektion Braunschweig/Wolfsburg zusammen mit dem Landesverband Sachsen-Anhalt

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Am 31. August 2026 lud die Sektion Braunschweig/Wolfsburg gemeinsam mit dem Landesverband Sachsen-Anhalt zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema „Sachsen-Anhalt vor der Landtagswahl – Perspektiven, Herausforderungen und Chancen“ ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes sowie die Erwartungen der Unternehmen an die anstehende Landtagswahl und eine mögliche neue Landesregierung.

Dominik Ossada, Mitglied im Vorstand der Sektion Braunschweig/Wolfsburg des Wirtschaftsrates Niedersachsen, begrüßte als Impulsgeber Sirko Scheffler, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrats Sachsen-Anhalt und Geschäftsführer der brain-SCC GmbH, Dr. Sergey Serebranski, Geschäftsführer der Janser Consult GmbH, sowie Daniel Trutwin, Geschäftsführender Gesellschafter der MWG Oberflächenveredlung GmbH.

Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf der Frage, welche Bedeutung die Landtagswahl für den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt hat. Dabei wurde kritisch angemerkt, dass landespolitische Themen in der Diskussion häufig zu wenig Beachtung fänden. Stattdessen würden bundespolitischen Fragestellungen dominieren, die oftmals als wichtiger wahrgenommen würden als Themen auf Landesebene.

Als eine der zentralen Herausforderungen wurden zudem die Fachkräftesituation und der mögliche Wegfall von Arbeitsplätzen genannt. Ein Rückgang der Beschäftigung könne langfristig negative Auswirkungen auf die Wettbewerbs- und Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes haben. Gleichzeitig wurde betont, dass trotz der aktuellen Herausforderungen nicht außer Acht gelassen werden dürfe, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland weiterhin vergleichsweise gut seien. Allerdings hätten sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Vor diesem Hintergrund müsse sich die politische und gesellschaftliche Diskussion stärker von einer Betrachtung der Distribution hin zur Frage der Allokation entwickeln. Auch das Thema Solidarität müsse vor diesem Hintergrund neu diskutiert werden.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Kommunikation. Die Teilnehmer waren sich schnell einig, dass es auch auf diesem Gebiet Veränderungen brauche. Insbesondere die Vermittlung falscher oder verzerrter Eindrücke stellten eine Herausforderung dar. Mit Blick auf die aktuelle Landesregierung wurde kritisch festgestellt, dass diese es versäumt habe, ihre Erfolge stärker in den Vordergrund zu stellen und entsprechend zu kommunizieren.

Im Hinblick auf mögliche politische Konstellationen nach der Landtagswahl wurde außerdem betont, dass potenzielle Partner auf Landesebene differenziert betrachtet werden müssten. Insbesondere dürfe die Linkspartei auf Landesebene nicht pauschal mit ihrer Bundespartei gleichgesetzt werden. Darüber hinaus wurde es als hilfreich bewertet, wenn West- und Ostdeutschland geschlossen beziehungsweise nicht gegeneinander auftreten würden. Ein differenzierter Blick auf die jeweiligen regionalen Herausforderungen könne zu einem besseren gegenseitigen Verständnis beitragen.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Sachsen-Anhalt vor wichtigen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen steht. Neben der Sicherung von Fachkräften und Arbeitsplätzen wurden insbesondere eine stärkere Fokussierung auf landespolitische Themen, eine bessere Kommunikation politischer Erfolge sowie ein differenzierter Umgang mit den veränderten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als zentrale Aufgaben identifiziert.

Der Wirtschaftsrat Niedersachsen bedankt sich bei Sirko Scheffler, Dr. Sergey Serebranski, Daniel Trutwin sowie allen Mitgliedern und Gästen für den offenen Austausch