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Bericht
05.03.2025
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"Gefühlte Sicherheit beim Shopping: Wie schützen wir die Innenstadt?"

Sektion Südniedersachsen
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Am 5. März 2025 begrüßte Maik Schenkhut, Sektionssprecher der Sektion Südniedersachsen, die Mitglieder und Gäste zur Veranstaltung „Gefühlte Sicherheit beim Shopping: Wie schützen wir die Innenstadt?“. Besonders willkommen hieß er die beiden Referenten des Abends: Tanja Wulff-Bruhn, Polizeipräsidentin der Polizeidirektion Göttingen, und Christian Schmetz, Erster Stadtrat der Stadt Göttingen.
Den Auftakt machte Tanja Wulff-Bruhn mit einem Impulsvortrag, indem sie die aktuellen Herausforderungen in der Sicherheitslage skizzierte. Sie betonte, dass die Gesellschaft derzeit durch eine Vielzahl aufeinanderfolgender Vorfälle geprägt sei, was bei vielen Menschen ein Gefühl der Unsicherheit hervorrufe. Dabei sei es jedoch unmöglich, jede potenzielle Gefahr zu verhindern, da Straftaten überall geschehen können.
Ein zentrales Thema in ihrem Vortrag war der Datenschutz, der den Einsatz von Überwachungskameras an bestimmten Orten in der Stadt einschränkt. Zwar könnten Kameras nicht alle Straftaten verhindern, jedoch hätten sie laut Wulff-Bruhn durchaus eine abschreckende Wirkung auf potenzielle Täter. Ein weiteres Problem sei der fehlende polizeiliche Zugriff auf Datenbanken mit psychologischen Auffälligkeiten, wodurch präventive Maßnahmen erschwert würden.
Um das Sicherheitsgefühl zu stärken, setzt die Polizei verstärkt auf Sichtbarkeit und Präsenz. Maßnahmen wie Fußstreifen, Funkwagen, Bereitschaftspolizei und ansprechbare Innenstadtwachen sollen das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Sicherheitskräfte erhöhen.

Sie erläuterte zudem, dass innere Sicherheit aus zwei wesentlichen Aspekten besteht:

  1. Gefühlte Sicherheit, die oft durch Medienberichterstattung und äußere Umstände wie Beleuchtung in Parks beeinflusst wird.
  2. Objektive Sicherheit, die sich durch polizeiliche Fallzahlen und Kriminalitätsstatistiken messen lässt.

Ein besonders großes Problem in Göttingen sei der Fahrraddiebstahl, weshalb eine Sonderkommission ins Leben gerufen wurde, um gezielt dagegen vorzugehen. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und Parkanlagen nehme das Unsicherheitsgefühl vieler Bürger zu.
Im Anschluss sprach Christian Schmetz und betonte die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Polizei in Sicherheitsfragen. Persönlich fühle er sich in Göttingen sicher, merkte jedoch an, dass absolute Sicherheit nicht garantiert werden kann. Ein ausgewogenes Maß an Sicherheitsvorkehrungen sei entscheidend, da Sicherheit ein subjektives Empfinden sei. Um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken, arbeite die Polizei eng mit der Stadt zusammen, beispielsweise durch Jugendarbeit, Präventionsmaßnahmen und Gespräche mit Gewerbetreibenden.
Auch er thematisierte die Problematik der Fahrraddiebstähle und erklärte, dass die Stadt mit sicheren Abstellmöglichkeiten, verstärkter Präsenz des kommunalen Ordnungsdienstes und enger Zusammenarbeit mit der Polizei gegensteuere. Darüber hinaus hob er die Bedeutung einer durchdachten städtischen Raumgestaltung hervor: Die Innenstadt solle nicht nur sicher, sondern auch lebenswert und attraktiv bleiben.
Ein weiteres wichtiges Thema war die gezielte Videoüberwachung in der Innenstadt. Schmetz sprach sich für deren sinnvollen Einsatz aus. Zudem wies er darauf hin, dass die Stadt angesichts aktueller Vorfälle gemeinsam mit der Polizei Sicherheitskonzepte für große Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte überarbeitet. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Sicherheitsmaßnahmen auch mit Kosten verbunden sind, was deren Umsetzung oft erschwere.
Zum Abschluss wurde das Thema Verbotszonen diskutiert. Beide Referenten waren sich einig, dass diese nur dann wirksam sind, wenn sie auch konsequent kontrolliert und durchgesetzt werden können.
Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in die aktuellen Herausforderungen der innerstädtischen Sicherheit und zeigte auf, wie Stadt und Polizei gemeinsam Lösungen erarbeiten.