Bericht
10.06.2026
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"Kunstreise" der Sektion Celle

©Klinikum Wahrendorff

Am 9. Juni 2026 kamen die Mitglieder der Sektion Celle zu einer „Kunstreise“ auf dem Gelände des Klinikums Wahrendorff zusammen. Auf dem Gelände des „Fachkrankenhaus für die Seele“ sind zahlreiche Kunstwerke ausgestellt. Nach der Begrüßung durch den Sprecher der Sektion Celle, Dr. Hermann Schünemann, übernahm Carsten Schick, Kunsttherapeut am Klinikum, die Führung.

Direkt auf dem Platz vor dem Eingang konnten die Mitglieder gleich das erste – und zugleich auch höchste - Kunstwerk bewundern: „Die blaue Blume“ von Vollrad Kutscher.

Der Name ist ein direkter Verweis auf das Motiv der blauen Blume aus der Romantik. Kutschers Blume besteht aus Warnleuchten, die nachts erstrahlen. Ziel des Kunstwerkes sollte sein, Gegenstände aus dem Alltag in die Kunst zu integrieren. Die Blume wurde in enger Abstimmung mit Dr. Matthias Wilkening geschaffen.

Direkt neben diesem Werk ging es auf dem Boden weiter: Dort befindet sich eine immerwährende Pfütze. Egal, ob es 30 Grad sind oder -10 Grad: Die Wasserlache ist da. Der beschwingte Weg um die Stelle herum ist kein Baumangel, sondern eine bewusste Entscheidung.

Dr. Matthias Wilkening, der langjährige Leiter des Klinikums Wahrendorff, wollte Kunst auf dem Gelände integrieren, die außerhalb der Norm liegt. Dinge sollten verrückt sein – auch, damit man ins Gespräch kommt. Denn das persönliche Gespräch ist eines der wichtigsten Therapiewerkzeuge, die es gibt. Gleichzeitig wollte er die Menschen vor Ort neugierig machen und ihnen Zugang zu Kunst geben.

Die nächste Station der Kunstreise führte ins Innere des Hauptgebäudes. Sobald man das Foyer betritt, steht man einer Installation von Francesco Mioretti gegenüber. Die Installation trägt den Namen „Simultangedicht“ und besteht aus einem Affen, einem Papagei und einem Frosch. Die Tiere fragen in einer unverständlichen Sprache, was eigentlich normal sei. Die Botschaft dahinter laute: „Hallo, wenn ich hier sein darf, dann darfst Du das auch.“.

Zum Abschluss versammelten sich die Mitglieder im Speisesaal unter der Lichtkuppe von James Turrell. Das Werk „Thought as Light“ sei ein schwer greifbares Kunstwerk. Man habe den Moment des Innehaltens in das Kunstwerk integrieren wollen. Dadurch dass man nach oben gucken müsse, um es zu sehen, würde sich der Oberkörper öffnen und man könne freier atmen.

Beim anschließenden Imbiss konnte man sich über die gewonnenen Eindrücke austauschen und diese im persönlichen Gespräch vertiefen. Unter anderem fragte man sich, wie es um die Nachhaltigkeit der Werke stehe. Oder wie man mit Werken, die restauriert werden müssten, umgehe. Über allem stand jedoch die Frage, was Kunst sei – der Gedanke oder das fertige Werk?

Der Wirtschaftsrat Niedersachsen bedankt sich beim Klinikum Wahrendorff für die „Kunstreise“ und den spannenden Impuls, wie man Kunst in einen Klinikbetrieb integrieren kann.