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Bericht
25.03.2025
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Unternehmerfrühstück mit Wibke Jellinghaus zum Thema: "Employee Owned Company - Was ist das?"

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Am 25.03.2025 konnten wir Frau Wibke Jellinghaus, Projektmanagerin bei der Arineo GmbH, als Gastrednerin begrüßen. Arineo ist eines der wenigen Unternehmen, das vollständig den Mitarbeitenden gehört. Gegründet im Jahr 2018, verfolgte das Unternehmen von Anfang an das Ziel, langfristig erfolgreich und eigenständig zu bleiben – ohne Gefahr, verkauft oder von externen Investoren übernommen zu werden. So entstand die Idee der Employee Owned Company.

Um dieses Modell nachhaltig zu gestalten, wurde der Arineo Mitarbeiterverein ins Leben gerufen. Dieser wird von einem Vorstand geleitet, der aus Mitarbeitenden besteht, die seit mindestens sechs Monaten im Unternehmen tätig sind und das Konzept aktiv unterstützen. Aktuell engagieren sich 221 Mitglieder für den Erhalt der fehlenden hierarchiefreien Struktur. Der Vereinsvorstand fungiert gleichzeitig als Präsidium der Arineo Stiftung, die als übergeordnete Institution die Unternehmenswerte sichert.

Besonders bemerkenswert ist die hohe Mitarbeiterbindung: von den 53 Gründungsmitgliedern sind heute noch 51 im Unternehmen und gestalten das Modell aktiv mit. Eine klassische Unternehmenshierarchie gibt es nicht, stattdessen übernehmen verschiedene Koordinatoren spezifische Aufgaben: Auslastungskoordinator überwacht die Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden und sorgt für Unterstützung, wenn nötig; Entwicklungskoordinator kümmert sich um Weiterbildungsmöglichkeiten und persönliche Entwicklung, Ansprechperson für Arbeitsverträge und Arbeitszeiten unterstützt bei vertraglichen Fragen und sorgt für transparente Arbeitszeitregelungen. Ein Betriebsrat existiert nicht – dennoch gibt es diese Art Geschäftsführung. Diese Rolle übernehmen jedoch Kolleginnen und Kollegen, die neben ihrer regulären Projektarbeit etwa 20 % ihrer Zeit für organisatorische Aufgaben aufwenden.

Ein weiteres zentrales Prinzip von Arineo ist die faire Gewinnverteilung. Der Unternehmensgewinn bleibt vollständig in der Firma und wird für Weiterbildung, Investitionen und Stiftungstätigkeiten genutzt. Um Gleichberechtigung und gleiche Motivation zu gewährleisten, gibt es keine individuellen Prämien. Auch das Gehaltsmodell ist anders: unabhängig vom Bildungsgrad erhalten Mitarbeitende für die gleiche Arbeit die gleiche Vergütung – die Höhe richtet sich ausschließlich nach der Kundenbewertung und dem marktüblichen Gehalt.

Was die Stimmung intern angeht: Umfragen zeigen eine hohe Zufriedenheit unter den Mitarbeitenden. Das liegt nicht zuletzt an der transparente Unternehmenskultur und der fehlenden Konkurrenz untereinander. Weitere Vorteile sind ein flexibles Stundensystem (Überstunden können erfasst und innerhalb eines Monats ausgeglichen werden), Home-Office-Möglichkeiten, professionelle psychologische Unterstützung sowohl vor Ort als auch über eine Telefon-Hotline für private Anliegen, ein starkes kollegiales Netzwerk, das darauf achtet, Überlastung zu vermeiden und gegenseitige Unterstützung zu fördern.

Wer mehr über dieses einzigartige Unternehmensmodell erfahren möchte, kann sich in Kürze das Buch von Arineo auf Amazon sichern.

Ein Dankeschön an unsere Referentin, Frau Jellinghaus, sowie an alle Mitglieder und Gäste für eine spannende Diskussionsrunde.