Bericht
07.02.2023
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Jahresempfang des Wirtschaftsrat Rheinland-Pfalz 2023
Lichtblicke statt Blackout mit Vince Ebert
Mit Humor und Weitblick - der Physiker und Kabarettist Vince Ebert spricht über Lösungen für den Klimawandel in den Räumen der Debeka.

Zum Jahresempfang des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz begrüßte der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrats und CEO der Debeka
Gruppe, Thomas Brahm, die Gäste am Hauptsitz seines Unternehmens mit
einem Zitat von Ludwig Erhard: „Das erfolgversprechende Mittel zur Erreichung
und Sicherung jeden Wohlstands ist der Wettbewerb.“ Der Landesvorsitzende der CDU
Rheinland-Pfalz, Christian Baldauf, warnte vor einer abnehmenden Investitionsbereitschaft der Unternehmen in Rheinland-Pfalz und den
Auswirkungen des Inflation Reduction Act auf die deutsche Wirtschaft. Konträr zum
Erhard’schen Diktum „Eigentlich muss es der Markt richten“ versuche der Staat beim
Inflation Reduction Act mit Subventionen den Markt zu lenken.
„Aus Sorge um unsere Zukunft haben wir begonnen, Kernkraftwerke abzuschalten und wollen schnell auch auf Kohle verzichten. Wir träumen davon, mit Elektroautos und Erneuerbaren Energien den Planeten zu retten. Doch schlagartig realisieren wir, dass wir uns mit unserer Konzentration auf die Energiewende abhängig gemacht haben von einem Diktator, an dessen Gaslieferungen wir hängen wie ein Junkie an der Nadel“, schreibt der Kabarettist und Physiker Vince Ebert in seinem Bestseller ‚Lichtblick statt Blackout‘. In seiner Keynote zum Jahresempfang konzentrierte er sich auf Lösungen zum Klimawandel. „Wer glaubt, die ganze Welt retten zu müssen, der wird sich übernehmen. Aber es gibt Ideen, um sie Stückchen für Stückchen besser zu machen“, sagte er. Darüber sprach er mit Humor und Weitblick.
Eigentlich hätte Putins Invasion uns rationaler machen müssen, argumentierte der Physiker. „Wieviel Strom können wir aus Erneuerbaren Energien maximal speichern, wenn wir eine Dunkelflaute überbrücken wollen? Antwort: 40 Gigawattstunden. Und die reichen für 40 Minuten. 40 Minuten für eine große Volkswirtschaft wie Deutschland – das ist nahezu nichts. Also: „Raus aus dem ökologischen Tunnelblick“, forderte Vince Ebert. Wir müssten viel mehr erfinden und entwickeln statt verzichten und verbieten. „Die derzeitige Politik setzt keine Rahmenbedingung für eine innovative Haltung.“ Sie schaue nur auf Wind und Sonne“, kritisierte der Physiker. „Wir müssen unsere Forscher und Entwickler machen lassen. Wenn wir unsere Kernkraftwerke abschalten, verzichten wir auf die beste Energie, mit der wir CO2-Emissionen senken können.“
Die CO2 Emissionen und die Energiepreise senken, ergänzte der Moderator und promovierte Physiker Björn Peters im Gespräch mit Vince Ebert. Gefragt, welche neuen Wege man zur Lösung des Klimawandels beschreiten könne, stellte Vince Ebert: „Wir brauchen mehr Menschen in verantwortlichen Positionen, die aufstehen und die Debatte führen. Klimaschutz ist verhandelbar. Es gibt mehrere Möglichkeiten.“ Dazu wünscht sich der Bestsellerautor eine stärkere Trennung von Fakten und Meinungen. Ganz so allein steht er damit jedenfalls nicht, denn sein Buch belegt seit sechs Monaten Platz zwei der Spiegel-Bestsellerliste.