Bericht
26.05.2026
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Sektion Mittelrhein: Lunchtermin zum regionalen Arbeitsmarkt in Koblenz

Stefanie Adam, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen, gibt Einblicke in den Arbeitsmarkt
©Wirtschaftsrat
Der deutsche Arbeitsmarkt steht an einem Wendepunkt: Nicht fehlende Stellen, sondern die Übereinstimmung von Person und Arbeitsplatz wird zunehmend zur größten Herausforderung. Demografie, Qualifikationsstruktur und Integration greifen dabei unmittelbar ineinander.

Die Sektion Mittelrhein des Wirtschaftsrates Rheinland-Pfalz lud zum Lunchtermin in das WohnGut Koblenz - Hotel & Boardinghouse GmbH ein. Zu Gast: Stefanie Adam, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Koblenz-Mayen.

In Ihrem Impuls gab Stefanie Adam zu verstehen, dass diese drei Entwicklungen die nächsten Jahre prägen:


  1. Arbeitsmarktstruktur: Das Matching-Problem wächst - Während rund 80 % der offenen Stellen Fachkräfte erfordern, verfügen viele Arbeitssuchende nicht über die passenden Qualifikationen. Gleichzeitig erhöhen Unternehmen ihre Anforderungen und reduzieren Neueinstellungen. Interessant dabei: Regionale Resilienz entsteht weniger durch einzelne Leitindustrien, als durch eine breite Branchenstruktur.
  2. Demografie: Ohne Zuwanderung schrumpft das Arbeitskräftepotenzial - Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird etwa ein Viertel der heutigen Beschäftigten aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Der Nachwuchs allein kann diese Lücke nicht schließen. Prognosen zeigen: Deutschland benötigt langfristig rund 400.000 Nettozuwanderer pro Jahr, um das Arbeitskräfteangebot stabil zu halten. Bereits heute stammt das Beschäftigungswachstum nahezu ausschließlich von Menschen mit ausländischem Hintergrund.
  3. Integration & Steuerung: Geschwindigkeit wird zum Wettbewerbsfaktor - Erfolgreiche Arbeitsmarktintegration entscheidet sich lokal:
  • schnellere Anerkennungsverfahren
  • belastbare Qualifikationsfilter
  • One-Stop-Strukturen vor Ort
  • enge Begleitung von Unternehmen und Bewerbern

Auch die Rolle der Bundesagentur für Arbeit verändert sich dabei deutlich: weg von reiner Vermittlung – hin zu Beratung, Qualifizierung und strategischer Arbeitsmarktsteuerung.

Der Arbeitsmarkt der Zukunft wird nicht nur daran gemessen, wie viele Menschen arbeiten wollen – sondern wie gut Qualifikationen, Regionen und Unternehmen zusammenfinden.