Bericht
17.09.2026
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„Kriminalitätsentwicklung in Dresden und darüber hinaus“

Torsten Schmortte, Landesvorsitzender Sachsen, Bund Deutscher Kriminalbeamter, beleuchtete aktuelle Trends, Ursachen und Entwicklungen.
©Wirtschaftsrat

Am 10. September 2026 lud der Wirtschaftsrat Sachsen seine Mitglieder und interessierte Gäste zu einer hochkarätigen Informationsveranstaltung in das Dorint Hotel Dresden ein. Unter dem Titel „Kriminalitätsentwicklung in Dresden und darüber hinaus“ wurde ein fundierter Einblick in die Arbeit des Landeskriminalamtes Sachsen und deren Herausforderungen gegeben.

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Jens Müller, Vorstandsmitglied der Sektion Dresden und Landesgeschäftsstellenleiter der Debeka Versicherungsgruppe, bei seiner Begrüßung zur Mitgliederversammlung (Foto: Wirtschaftsrat)


Vor der eigentlichen Veranstaltung begrüßte Jens Müller, Vorstandsmitglied der Sektion Dresden, die Teilnehmer zur Mitgliederversammlung und gab einen kurzen Überblick zu den relevanten Neuigkeiten des Wirtschaftsrates. Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates Sachsen, präsentierte dazu die aktuellen Entwicklungen der Mitgliederzahlen.


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Dr. Dino Uhle, Landesgeschäftsführer des Wirtschaftsrates in Sachsen, bei seinen Ausführungen zur Mitgliederentwicklung im LV Sachsen (Foto: Wirtschaftsrat)

 

Abschließend tauschten die Teilnehmer sich über Ideen und Anregungen für zukünftige Veranstaltungen der Sektion Dresden aus.

 

Als Referent der Veranstaltung „Kriminalitätsentwicklung in Dresden und darüber hinaus“ durfte die Sektion Dresden Torsten Schmortte, Landesvorsitzender Sachsen, Bund Deutscher Kriminalbeamter, begrüßen. Neben seiner eigenen Erfahrung in der Kriminalarbeit präsentierte er detaillierte Daten und Analysen der aktuellen Kriminalitätsentwicklung. Aus diesen wurden wiederum Perspektiven für die weitere Präventions- und Sicherheitsarbeit abgeleitet.


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Jens Müller begrüßt herzlich unseren Referenten Torsten Schmortte, Landesvorsitzender Sachsen, Bund Deutscher Kriminalbeamter (Foto: Wirtschaftsrat)

 

In seiner Einführung fasste Herr Schmorte verschiedene Herausforderungen für das Landeskriminalamt Sachsen zusammen, darunter die Außengrenzen zu Tschechien und Polen als Einfallstor für Drogenschmuggler und Schlepper, politisch motivierte Gewalt in Dresden als Sammelpunkt für Proteste und hybride Anschläge auf die Infrastruktur. Trotzdem würde die Polizei in Sachsen im Bezug auf die Sicherheitslage immer noch viel Vertrauen in der Bevölkerung genießen, vor allem in Dresden.


Um die Kriminalitätsentwicklung in Sachsen nachvollziehen zu können, wäre es nötig, zwischen der persönlich gefühlten Sicherheitslage und der tatsächlichen Sicherheitslage zu unterscheiden. Selbst die besten Kriminalstatistiken könnten oft nicht die Realität erfassen, weil weiterhin zu viele Straftaten ungemeldet blieben und daher nicht erfasst würden. So würden namentlich Sexualdelikte und Drogendelikte nur in einer geringen Zahl der Fälle gemeldet, wodurch sie dann im sogenannten Dunkelfeld der Statistiken auch nicht erfasst werden könnten. Auf der anderen Seite werden etwa Diebstähle und Einbrüche aus Versicherungsgründen in den meisten Fällen gemeldet und daher im „Hellfeld“ auch statistisch erfasst. Diese statistischen Lücken bezeichnete Torsten Schmortte als Segen und Fluch zugleich, wenn es um eine wirksame Präventions- und Sicherheitsarbeit geht.

 

Besorgniserregend sei die Zunahme von registrierten Gewaltverbrechen in Dresden. Viele dieser Straftaten werden nicht von den Einwohnern Dresdens selbst verübt, sondern oft aus dem Umland. Hinzu käme eine geringe Anzahl von Intensivtätern, deren Vergehen teilweise im dreistelligen Bereich liegen (Wiederholungstäter). Daraus entstünde dann in den Kriminalstatiken oft der irreführende Eindruck, dass die Anzahl der Gewalttäter in Dresden sprunghaft gewachsen sei. In diesem Zusammenhang erläutertet Herr Schmortte, dass die Stadt Dresden im Jahr 2025 in sogenannter Allgemeinkriminalität, vor allem in Diebstählen und Sachbeschädigungen, weniger Fälle zu vermelden hätte als in den vorherigen 10 Jahren. Durch Präventionsarbeit, wie die Citywache am Wiener Platz und Programme für gefährdete Jugendliche, wären klare Erfolge darin erzielt worden, die öffentlichen Räume wieder sicherer zu machen.


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(Foto: Wirtschaftsrat)


Als besondere Herausforderung für die Kriminalarbeit in Sachsen bezeichnete Torsten Schmortte die Cyber-Kriminalität, die aufgrund der Digitalisierung, die intensivierte Nutzung von Social Media und durch die Fortschritte in Künstlicher Intelligenz signifikant zugenommen hätten. Da diese Verbrechen mehrheitlich von Tätern verübt würden, die sich mehrheitlich in anderen Regionen oder Ländern aufhielten, wäre eine Strafverfolgung oft nur schwer möglich. Umso mehr, weil die Datenzentren der involvierten Social Media-Plattformen außerhalb der deutschen Rechtsprechung oft nicht gut genug kooperierten. Auch würden neben der Überlastung durch die schiere Anzahl der Fälle, regelmäßig verschiedene Landeskriminalämter unwissentlich unabhängig voneinander gegen die gleichen Täter ermitteln. Einfache Lösungen für diese Probleme wären derzeit nicht absehbar.

 

Abschließend fasste Herr Schmortte zusammen, dass Kriminalität in jeder Gesellschaft existiert und sich in ihrer Entwicklung ständig verschieben würde. Die wirksamste Maßnahme zu ihrer Bekämpfung wäre es, gegen die Ursachen vorzugehen.


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v.l.n.r.: Torsten Schmortte und Jens Müller (Foto: Wirtschaftsrat)

 

Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit dem Referenten auszutauschen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

 

Wir bedanken uns herzlich bei Torsten Schmortte und allen an der Organisation dieser spannenden Veranstaltung Beteiligten.