Bericht
22.05.2026
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Sylt im Zeichen der digitalen Souveränität Europas

8. CXO-Summit des Landesverbandes Schleswig-Holstein auf Sylt
©wirtschaftsrat

Wie kann Europa digital souveräner und wirtschaftlich resilienter werden? Welche Maßnahmen sind notwendig, damit Deutschland und Europa künftig eine tragende Rolle im Bereich der digitalen Zukunftsthemen einnehmen können?

Diesen und weiteren Fragen widmete sich der traditionelle CXO-Summit auf Sylt, der in diesem Jahr bereits zum achten Mal stattfand. Rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft kamen im Friesensaal in Keitum zusammen, um über eines der zentralen Themen unserer Zeit zu diskutieren: die Gestaltung der digitalen Zukunft Europas. 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Christian von Boetticher, Landesvorsitzender des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein, und Diana Pabst, Vorsitzende der Landesfachkommission Digitales und Industrie 4.0. Beide betonten die Herausforderungen und zugleich die Dringlichkeit digitaler Autarkie, Sicherheit und Souveränität. Europa müsse es schaffen, bestehende Abhängigkeiten konsequent abzubauen und einen eigenständigen europäischen Weg einzuschlagen. Dazu gehöre insbesondere, die Abhängigkeit öffentlicher Institutionen von außereuropäischen Technologien zu reduzieren und den Ausbau eigener digitaler Infrastrukturen gezielt zu fördern. Diana Pabst brachte die aktuelle Situation prägnant auf den Punkt: „Bisher war Europa nur der Regulator, aber Gesetze allein bringen keine Rechenleistung.“ Auch das Thema Cybersicherheit spiele dabei eine zunehmend zentrale Rolle und erfordere verstärkte Investitionen sowie langfristige Strategien.

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 Im Anschluss machte Dr.-Ing. Thomas Mücke, Technical Account Manager der Siemens Industries Software GmbH, in seiner Keynote deutlich, dass Herausforderungen im digitalen Wandel unvermeidbar seien; entscheidend sei jedoch der Umgang mit ihnen. Deutschland habe in vielen Bereichen erheblichen Optimierungsbedarf. Geschäftsmodelle müssten neu gedacht und konsequent weiterentwickelt werden. Gleichzeitig seien bestehende Abhängigkeiten, insbesondere im Bereich Cloud-Technologien, derzeit kaum vermeidbar und daher kritisch zu betrachten. 

Panel 1

Das erste Panel der Veranstaltung stand unter dem Titel „Digitale Souveränität in Europa – Vision oder Realität?“. Unter der Moderation von Anja Zerbin diskutierten Niklas Hanitsch, Geschäftsführer der secjur GmbH, Linus Schade, Beauftragter für Landespolitik der Deutschen Telekom AG, Dr.-Ing. Thomas Mücke sowie Sascha Greshake MdHB, Fachsprecher für Digitales und Datenschutz der CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, über die europäische Regulatorik und deren Auswirkungen auf Unternehmen. Dabei wurde deutlich, dass Regulierungen grundsätzlich notwendig und sinnvoll sind, ihre Umsetzung jedoch häufig zu bürokratisch und für Unternehmen nicht ausreichend transparent erscheinen. Besonders hervorgehoben wurde zudem die gesellschaftliche Verantwortung im digitalen Wandel. Zwar hätten Staaten erheblichen Einfluss auf die Entwicklung digitaler Infrastrukturen, jedoch fehle es oftmals am notwendigen Mindset. Der digitale Wandel sei daher auch eine kulturelle Herausforderung. Die Menschen müssten stärker eingebunden und mitgenommen werden. 

Panel 2

Im zweiten Panel diskutierten Georg Banner, Prokurist der MBG Schleswig-Holstein mbH, Finn Plotz, Geschäftsführer der Seon GmbH, Frank Kübler, Geschäftsführer der Leada AG, sowie Prof. Dr. Dirk Nowotka, Sprecher des KI-Anwendungszentrums der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, zum Thema „Innovationsökosystem Deutschland – Wie gelingt der Sprung von der Idee zur Industrie?“. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie innovative Unternehmen besser gefördert und nachhaltige Innovationsstrukturen geschaffen werden können. Insbesondere eine gezieltere Bildung an Hochschulen wurde dabei als essenziell hervorgehoben. Gleichzeitig seien auch Unternehmen selbst gefordert, Innovationen langfristiger zu denken und mutiger zu investieren. Frank Kübler betonte: „Wir müssen bei Innovationen nicht in Quartalen, sondern in Generationen denken.“ Ebenso brauche es eine veränderte Fehlerkultur, in der auch wirtschaftliche Rückschläge als Teil von Innovationsprozessen akzeptiert werden. Auch das Investitionsvolumen müsse deutlich gesteigert werden, um mit dem globalen Wettbewerb konkurrieren zu können. 

Panel 3

Im abschließenden Panel diskutierten Hansjörg Schmidt MdHB, Fachsprecher für Wirtschaftspolitik der SPD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Martina Weimert, Geschäftsführerin der EPI Company („Wero“), Dr. Günter Reuscher, Senior Consultant der VDI Technologiezentrum GmbH, und Maximilian Middeke, Geschäftsführer der Quantitive Semantics GmbH, über die Frage „Wirtschaftliche Resilienz durch digitale Eigenständigkeit – Was braucht die Industrie?“. Konsens bestand darin, dass Europa nur durch gemeinsame europäische Lösungen unabhängiger und resilienter werden könne. Dafür sei es notwendig, sowohl junge als auch ältere Generationen stärker einzubinden und digitale Kompetenzen breit zu fördern. Der größte Hebel liege dabei insbesondere in der engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Unternehmertum. Es müsse zudem ein Vertrauen der europäischen Verbraucher zu europäischen digitalen Lösungen aufgebaut werden.

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 Der CXO-Summit fand mit freundlicher Unterstützung der i&k software GmbH, der Vector insights GmbH, der webID solutions GmbH sowie von Gosch Sylt statt, wo der Tag auch seinen geselligen Ausklang fand.