Bericht
20.06.2026
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„Wir brauchen Gründe zur Zuversicht“

Regattabegleitfahrt des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein mit Dr. Ulf Kämpfer
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Im Rahmen der Kieler Woche lud der Wirtschaftsrat Schleswig-Holstein zu seiner traditionellen Regattabegleitfahrt ein. Bei sommerlicher Atmosphäre auf der Kieler Förde bot die Veranstaltung den Mitgliedern und Gästen die Gelegenheit, maritime Eindrücke mit einem politischen Austausch zu verbinden. 

In diesem Jahr konnte Dr. Christian von Boetticher als Landesvorsitzender Dr. Ulf Kämpfer begrüßen, ehemaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel und aktueller Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027. Die Veranstaltung bot den Teilnehmern die Möglichkeit, Dr. Kämpfer persönlich kennenzulernen und seine politischen Einschätzungen zu aktuellen Herausforderungen im Land sowie auf Bundesebene zu hören. 

Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft derzeit in einer herausfordernden Zeit befinden. Vor diesem Hintergrund betonte Dr. Kämpfer die Bedeutung eines respektvollen Austauschs über Parteigrenzen hinweg. Gerade angesichts der aktuellen politischen Lage sei es wichtig, unterschiedliche Positionen nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern sie auch besser verstehen zu wollen. 

In seinem Impuls sprach Dr. Kämpfer über die Notwendigkeit, politische Antworten auf die realen Sorgen und Herausforderungen der Menschen zu geben. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie die demokratischen Parteien der Mitte Vertrauen zurückgewinnen und der wachsenden Zustimmung für populistische Kräfte begegnen können. Kämpfer machte deutlich, dass sowohl SPD als auch CDU vor der Aufgabe stünden, überzeugende Angebote zu formulieren und zugleich die politische Auseinandersetzung mit der AfD klar zu führen. 

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs lag auf möglichen Schnittstellen zwischen SPD und CDU. Dr. Kämpfer verwies darauf, dass es trotz unterschiedlicher politischer Grundpositionen Themen gebe, bei denen gemeinsame Lösungsansätze möglich seien. Dazu zählten insbesondere der Wohnungsbau, die Frage nach bezahlbarer Energie sowie die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Gerade der Wohnungsbau sei ein Politikfeld, in dem soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen unmittelbar aufeinandertreffen. 

Auch die Energiewende wurde thematisiert. Dabei betonte Kämpfer, dass Klimaschutz und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. Eine erfolgreiche Energiewende müsse auch bezahlbar bleiben und verlässliche Rahmenbedingungen für Bürger und Unternehmen schaffen. Für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein sei es entscheidend, dass Energiepolitik nicht nur ambitioniert, sondern auch praktisch umsetzbar und wirtschaftlich tragfähig gestaltet werde. 

Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein offener Austausch zwischen den Teilnehmern und Dr. Kämpfer. Diskutiert wurden unter anderem die Rolle des Staates, Fragen der Verteilungsgerechtigkeit, wirtschaftliche Belastungen sowie die Erwartungen der Unternehmen an eine handlungsfähige Politik. Dabei wurde deutlich, dass die Wirtschaft klare Perspektiven, Planungssicherheit und konkrete politische Lösungen erwartet. 

Trotz der großen Herausforderungen stand am Ende des Austauschs ein zuversichtlicher Grundton. Dr. Kämpfer machte deutlich: „Wir brauchen Gründe zur Zuversicht.“ Gerade in Zeiten von Unsicherheit, wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlicher Polarisierung brauche es einen konstruktiven Dialog zwischen Wirtschaft, Politik