„Wir entwickeln nur Implantate, die wir uns auch selbst einsetzen lassen würden“
Die Sektion Segeberg des Wirtschaftsrates Schleswig-Holstein war im Rahmen einer Werksbesichtigung zu Gast bei der Waldemar Link GmbH & Co. KG in Norderstedt. Das international tätige Medizintechnikunternehmen zählt zu den Hidden Champions der Branche und entwickelt, produziert und vertreibt seit über 75 Jahren innovative Implantatlösungen für die Endoprothetik großer Gelenke.
Für die Region ist LINK ein bedeutender wirtschaftlicher Akteur, der hochwertige Arbeitsplätze schafft, Innovationskraft in den Norden bringt und mit seinen Produkten einen wichtigen Beitrag zur modernen Gesundheitsversorgung leistet.
Sektionssprecher Tomas Kleitsch eröffnete die Veranstaltung. Im Anschluss begrüßte Jörg Stüker, Chief Technology Officer der Waldemar Link GmbH & Co. KG, die Teilnehmer und gab einen ersten Einblick in das Unternehmen. In seinem einführenden Vortrag gab er spannende Einblicke in die Geschichte, Entwicklung und strategische Ausrichtung des Unternehmens. Dabei wurde deutlich, dass LINK nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber in der Region ist, sondern auch ein wichtiger Innovationsträger für den Medizintechnikstandort Schleswig-Holstein.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der hohen Fertigungstiefe und dem ausgeprägten Qualitätsanspruch des Unternehmens. LINK produziert ausschließlich in Norderstedt und verfügt unter anderem über eigene Gießereien für Cobalt-Chrom und Titan. Diese Unabhängigkeit in zentralen Produktionsschritten wurde als wesentliches Qualitätsmerkmal hervorgehoben. Der Anspruch des Unternehmens wurde dabei besonders deutlich: Entwickelt, produziert und vermarktet werden nur Implantate, die man sich auch selbst einsetzen lassen würde.
Auch die lange Unternehmensgeschichte wurde im Austausch aufgegriffen. Seit der Gründung im Jahr 1948 hat sich LINK von einem Fachgeschäft für Medizin- und Krankenhausbedarf zu einem weltweit anerkannten Medizintechnikunternehmen entwickelt. Besonders eindrucksvoll ist, dass einzelne Produktlinien, wie das seit 1979 etablierte Prothese SP II-Modell, bis heute erfolgreich am Markt vertreten sind.
Im Anschluss an den fachlichen Austausch erhielten die Teilnehmer eine ausführliche und äußerst interessante Werksbesichtigung. Dabei wurde das gesamte Werk detailliert vorgestellt und die einzelnen Produktionsschritte anschaulich erklärt. Die Mitglieder konnten unmittelbar nachvollziehen, mit welcher Präzision, technischen Expertise und Sorgfalt die Implantate hergestellt werden. Besonders beeindruckend war der Einblick in die Verbindung aus moderner Fertigungstechnologie, handwerklicher Erfahrung und strengem Qualitätsmanagement.
Gleichzeitig machte der Besuch deutlich, vor welchen Herausforderungen die Medizintechnikbranche steht. Insbesondere die MDR-Regulierung in Europa erschwert die Zulassung neuer Produkte erheblich. Aus Sicht der Unternehmenspraxis führt dies dazu, dass Innovationen langsamer oder teilweise gar nicht mehr in den Markt gelangen. Dies belastet nicht nur die Unternehmen, sondern kann auch dazu führen, dass Patienten später von modernen und verbesserten medizinischen Lösungen profitieren.
Auch internationale Märkte wurden thematisiert. Deutschland bleibt für LINK weiterhin ein wichtiger Kernmarkt, gilt jedoch preislich als besonders anspruchsvoll. In China wiederum haben veränderte regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen frühere Aktivitäten, unter anderem im Rahmen eines Joint Ventures, deutlich erschwert.
Die Werksbesichtigung bei Waldemar Link machte eindrucksvoll deutlich, welche Bedeutung innovative Industrieunternehmen für Schleswig-Holstein haben. LINK steht beispielhaft für ein Unternehmen, das hochwertige Produktion, technologische Kompetenz und internationale Wettbewerbsfähigkeit am Standort Norderstedt verbindet.
Der Wirtschaftsrat Schleswig-Holstein wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Unternehmen wie Waldemar Link auch künftig verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden, um Innovation, Produktion und Beschäftigung in Deutschland und Schleswig-Holstein zu sichern.