Pressemitteilung 23.06.2026
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Wirtschaftsrat fordert bessere Anbindung Flensburgs an den Flughafen Sønderborg

Hauke Präger: „Flensburg darf nicht riskieren, dass die wirtschaftliche Dynamik an der Stadt vorbeizieht“

Flensburg, 23.06.2026: Der Wirtschaftsrat Schleswig-Holstein fordert die Stadt Flensburg auf, die Chancen des Ausbaus des Flughafens Sønderborg entschlossener zu nutzen und die Anbindung der nördlichsten kreisfreien Stadt Deutschlands an den süddänischen Flughafen deutlich zu verbessern. Insbesondere die Busverbindungen zwischen Flensburg und dem Flughafen müssten aus Sicht des Unternehmerverbandes verlässlicher, sichtbarer und stärker auf die Bedürfnisse von Geschäftsreisenden und Touristen ausgerichtet werden. 

„Der Ausbau des Flughafens Sønderborg ist für Flensburg keine Randnotiz, sondern eine konkrete standortpolitische Chance“, betont Hauke Präger, Sprecher der Wirtschaftsrat-Sektion Schleswig-Flensburg. Er äußerte sich am Rande einer Veranstaltung des Wirtschaftsrates mit dem Titel „Regional. Nachhaltig. Vernetzt. – Sønderborg hebt ab“. „Während sich durch die feste Fehmarnbelt-Querung viele Verkehrs- und Wirtschaftsräume stärker in Richtung Hamburg-Kopenhagen verschieben werden, darf Flensburg nicht abgehängt werden. Unsere Antwort darauf muss lauten: Wir orientieren uns stärker nach Norden, bauen die Zusammenarbeit mit Dänemark aus und nutzen die Infrastruktur, die in unserer unmittelbaren Nachbarschaft entsteht.“

Der Flughafen Sønderborg wird derzeit umfassend modernisiert. Geplant sind unter anderem ein neues Terminalgebäude, die Modernisierung bestehender Bereiche sowie eine deutlich verbesserte Reisequalität für Geschäfts- und Charterreisende. Für Präger zeigt diese Entwicklung, dass die deutsch-dänische Grenzregion nicht länger nur als Randlage verstanden werden darf. 

„Sønderborg investiert, modernisiert und denkt regional über Grenzen hinweg. Flensburg muss diese Entwicklung aktiv aufgreifen“, so Präger. „Es reicht nicht, auf die großen Verkehrsprojekte im Süden Schleswig-Holsteins zu schauen. Wenn wir wollen, dass Nord-Schleswig-Holstein wirtschaftlich sichtbar bleibt, brauchen wir eine klare Nordstrategie: bessere Erreichbarkeit, engere Kooperation mit Sønderjylland und eine Infrastruktur, die den Alltag von Unternehmen tatsächlich erleichtert.“ Hierzu zählt Präger ausdrücklich auch eine bessere Verkehrsinfrastruktur in Form von Bahnverbindungen in Richtung Dänemark. 

Aus Sicht des Wirtschaftsrates betrifft dies besonders die Verbindung zwischen Flensburg, dem Umland und dem Flughafen Sønderborg. Eine gute Erreichbarkeit dürfe nicht allein vom Auto abhängen. Vielmehr brauche es attraktive, regelmäßige und verlässlich kommunizierte Busverbindungen, die sich an Flugzeiten, Geschäftsreisebedarfen und grenzüberschreitenden Mobilitätsketten orientieren. 

„Wer die Internationalisierung der Region ernst nimmt, muss auch die letzte Meile ernst nehmen“, fordert Präger. „Ein moderner Flughafen vor der Haustür bringt wenig, wenn Unternehmer, Fachkräfte und Gäste ihn nur umständlich erreichen. Hier sind Stadt, Kreis, Land und Verkehrsträger gefordert, pragmatische Lösungen zu entwickeln. Das muss nicht perfekt beginnen, aber es muss beginnen.“ 

Präger sieht darin auch ein Signal an die dänischen Partner: „Die deutsch-dänische Zusammenarbeit lebt nicht von Sonntagsreden, sondern von konkreten Verbindungen. Eine bessere Anbindung Flensburgs an den Flughafen Sønderborg wäre ein sichtbares Zeichen, dass wir die Grenzregion als gemeinsamen Wirtschaftsraum begreifen. Flensburg darf nicht riskieren, dass die wirtschaftliche Dynamik an der Stadt vorbeizieht.“