Frühstücksdialog der Sektion Jena-Saalfeld "Entwicklungen verstehen, Zukunft gestalten"
Beim Frühstücksdialog
Arbeitsmarkt der Sektion Jena-Saalfeld stand die Frage im Mittelpunkt, wie
Unternehmen, Institutionen und Politik den Herausforderungen des demografischen
Wandels begegnen können.
Stefan Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit
Thüringen Ost, zeichnete ein deutliches Bild der künftigen Entwicklung: Bis zum
Jahr 2040 wird auf vier Personen, die aus dem Erwerbsleben ausscheiden,
lediglich eine nachrückende Arbeitskraft kommen. Gleichzeitig zeigt sich, dass
die Anwerbung internationaler Fachkräfte trotz intensiver Bemühungen bislang
hinter den Erwartungen zurückbleibt. Als Ursachen wurden insbesondere
bürokratische Hürden, Unsicherheiten über den langfristigen Verbleib sowie eine
noch zu geringe Nachfrage seitens vieler Unternehmen genannt.
Wilfried Röpke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Jena mbH,
verwies auf die besondere Stärke des Wirtschaftsstandorts Jena. Die
produzierende Hightech-Industrie sorgt für überdurchschnittliche Einkommen und
eine hohe Attraktivität der Region. Gleichzeitig wurde deutlich, dass
sogenannte „Klebeeffekte“ – sowohl bei Studierenden als auch bei zugewanderten
Fachkräften – noch zu gering ausgeprägt sind. Viele gut qualifizierte Menschen
verlassen die Region nach Ausbildung oder Studium wieder.
Einigkeit bestand darin, dass die Fachkräftesicherung nur durch ein Bündel von
Maßnahmen gelingen kann: die stärkere Bindung von Hochschulabsolventinnen und
-absolventen, die Weiterentwicklung der dualen Ausbildung, eine engere
Zusammenarbeit der arbeitsmarktpolitischen Akteure sowie eine gezielte und
bedarfsgerechte Fachkräftezuwanderung.
Herzlichen Dank an Stefan Scholz und Wilfried Röpke für die fundierten Impulse
sowie an alle Teilnehmenden für die engagierte Diskussion.
