Cookie-Einstellungen

Bericht
07.12.2021
Drucken

Aus den Ländern (Hessen) - Wege der Wirtschaft zur Klimaneutralität

Das Unternehmernetzwerk Umwelt & Energie im Austausch mit Dr. Joachim Kreysing, Infraserv
©Pexels | pixabay.com

Klimaschutz steht seit vielen Jahren auf der Agenda der Unternehmen. Dies liegt auch daran, dass die Wirtschaft selbst vom Klimawandel betroffen ist. Sie weiß aber auch, dass Umweltschutz zu einem wichtigen Exportfaktor ausgebaut werden kann und gerade die deutsche Wirtschaft einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Umweltschutz zu leisten vermag. Die meisten Unternehmen haben längst einen klaren Kompass auf dem Weg zur Klimaneutralität - verlangen aber von der Politik entsprechend langfristige Rahmenbedingungen und Planungssicherheit, damit die Potentiale voll ausgeschöpft werden können.

 

Rund 70 deutsche Großkonzerne haben einen Appell an die mögliche neue Bundesregierung vorgelegt, einen "klaren, verlässlichen und planbaren Pfad zur Klimaneutralität" zu beschreiten. Die neue Regierung soll in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit eine "Umsetzungsoffensive für Klimaneutralität" auf den Weg bringen.

 

Infraserv mit ihren fast 3.000 Mitarbeitern, betreibt den Industriepark Höchst in dem Unternehmen mit  rund 22.000 Mitarbeitern ansässig sind. Auch dort arbeitet man mit Nachdruck an der Verbesserung der Klimaneutralität der Infrastruktur, den Produktionsprozessen und den Dienstleistungen für sämtliche dort vertretene Branchen.

Im Gespräch zeigte Dr. Joachim Kreysing Kreysing neben verschiedenen Maßnahmen für Klimaneutralität auch Veränderungspotenziale auf und formulierte deutliche Forderungen an die neue Regierung. Als Kern-Herausforderungen der kommenden Jahre zu Umsetzung des EU-Green-Deals nennt er die Verfügbarkeit CO2-freier Energie (Strom und Wasserstoff), Versorgungssicherheit und Investitionssicherheit. Die Verfügbarkeit von Energie durch Photovoltaik und Windkraft in Deutschland sei begrenzt und der Ausbau von Stromnetzen und der Aufbau von Wasserstoff-Pipelines (transnational) müsse dringend optimiert werden um die Ziele zu schaffen, Zudem müsse die Diskussion viel mehr auf die entstandene Versorgungslücke der Stromerzeugungskapazität nach Abschaltung der Kernkraftwerke und Kohlekraftwerke gelenkt werden.

 

Dr. Joachim Kreysing plädiert auch für eine Investitionssicherheit ansässiger Unternehmen, beispielsweise weist er auf die Verschlechterung der Förderung von bereits im Bau befindlichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen hin. Die Förderung sei 2020 auch für bereits im Bau befindliche Anlagen nachträglich verschlechtert worden.

 

Auch auf das Thema Wasserstoff in der Mobilität: Umweltfreundlicher Nahverkehr im Taunusnetz des RMV ging Dr. Joachim Kreysing vertiefend in seinem Vortrag ein. Er erklärte: H2-Brennstoffzellen -Triebfahrzeuge ersetzen ab Winterfahrplan 2022 Diesel-Fahrzeuge.

Infraserv Höchst errichtet die Tankstellen-infrastruktur und versorgt die BZ-Triebfahrzeuge mit Wasserstoff. Das Projekt werde durch das BMVI und das Land Hessen gefördert.

 

„Politische Lösungsansätze zur Umsetzung des EU-Green-Deals sind oft zu national, zu dogmatisch bzw. nicht technologie-offen und häufig nunmal nur Teillösungen“, hält Dr. Joachim Kreysing abschließend fest.