Bericht
26.08.2026
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Künstliche Intelligenz wird zum Werkzeug der Medizin

Sektion Fulda und Netzwerk Gesundheit diskutierten über KI in Medizin, Diagnostik und Patientenversorgung mit Vertretern des Klinikum Fulda
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Das Klinikum Fulda steht exemplarisch für die wachsenden Anforderungen an eine moderne Gesundheitsversorgung. Michael Wilhelm, Vorstand Administration des Klinikums Fulda, gab einen kurzen Überblick über die Dimensionen des Hauses napp 1.000 Betten, rund 4.000 Mitarbeiter und etwa 400 Auszubildende in 21 Berufsbereichen machen das Klinikum zu einem bedeutenden medizinischen Versorger in der Region. In enger Zusammenarbeit mit der Universität Marburg deckt das Klinikum ein breites Spektrum der medizinischen Versorgung in Osthessen ab. Beim Fachpersonal sieht Wilhelm das Klinikum vergleichsweise gut aufgestellt. Einen ausgeprägten Ärztemangel gebe es nicht, Herausforderungen bestünden allerdings bei der Nachbesetzung von Chefarztposten.

Wie stark Künstliche Intelligenz bereits heute in der Medizin und im Klinikum Fulda eingesetzt wird, erläuterte Dipl.-Phys. Dr. sc. hum. Michael Reinert vom Institut für Medizinische Physik und Strahlenschutz des Klinikums. Gerade angesichts des Fachkräftemangels bietet Künstliche Intelligenz großes Potential, medizinisches Personal zu entlasten und vorhandene Ressourcen effizienter einzusetzen. Besonders weit fortgeschritten sei der Einsatz von KI in der Radiologie. KI kann Tumore erkennen, Größe und Form von Auffälligkeiten analysieren, aktuelle mit früheren Aufnahmen vergleichen und bei der Einschätzung der Dringlichkeit unterstützen. Auch die Bildqualität sowie die Strahlendosis lassen sich mit Hilfe von KI-Systemen optimieren. Dadurch können Diagnosen präziser, Untersuchungen effizienter und Wartezeiten kürzer werden.

Reinert verwies aber zugleich auch auf die Grenzen der Technologie: KI kann nur zuverlässig erkennen, worauf sie zuvor trainiert worden ist. Die abschließende Verantwortung bleibe daher beim Arzt, der Befunde weiterhin überprüfen und bestätigen muss. Dennoch schreitet die Entwicklung schnell voran. Erste neue KI-Modelle können bereits mehrere Krankheiten und Symptome gleichzeitig erkennen. In den kommenden Jahren wird ihr Einsatz auch im Klinikum weiter zunehmen. Eine Herausforderung bleibt dabei aber die umfangreiche Regulierung.

Tobias Grosch, Geschäftsbereichsleiter IT des Klinikums Fulda, verdeutlichte die rasante Entwicklung der digitalen Technologien. Kaum liegt der erste Patient auf einem neuen technischen Gerät und wird durch ein neues System untersucht, steht die nächste Generation bereits wieder vor der Tür. Allerdings bremst die hohe Regulierungsdichte die schnelle Einführung und Nutzung neuer Technologien in Krankenhäuser erheblich aus.

KI soll nach den Vorstellungen des Klinikums aber nicht nur im Hintergrund arbeiten. Auch der Patient selbst soll stärker von digitalen Angeboten profitieren. So werde beispielsweise die Essensbestellung per Smartphone bereits auf vier Stationen im Klinikum getestet. Großes Potenzial sieht Grosch zudem bei der Steuerung der Patientenströme. Ein KI-gestützter Medizinchecker soll anhand der geschilderten Symptome einschätzen, ob ein Besuch beim Hausarzt, in der Notaufnahme oder ein Notruf sinnvoll ist. Da rund 70 Prozent der Fälle in der Notaufnahme ambulant seien, könne eine solche Anwendung zu einer deutlichen Entlastung beitragen.

Eine zentrale Herausforderung bleibt aber der Umgang mit medizinischen Daten. Für wissenschaftliche Auswertungen ist eine vollständige Anonymisierung nicht immer möglich. Datenschutz, medizinischer Nutzen und technologische Entwicklung müssen daher sorgfältig miteinander in Einklang gebracht werden.

Die Impulse machten deutlich, dass Künstliche Intelligenz erhebliche Chancen für eine präzisere Diagnostik, effizientere Abläufe und die Entlastung des medizinischen Personals bietet. Voraussetzung für ihren erfolgreichen Einsatz bleiben jedoch menschliche Verantwortung, Datenschutz, IT-Sicherheit und eine praxistaugliche Regulierung.