Mut zu Reformen für einen starken Wirtschaftsstandort
Der Jahresempfang der Sektionen Bergstraße und Odenwald stand ganz im Zeichen der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands. Unter dem Titel „Wieder nach vorne – Mut zu Reformen“ sprach Wolfgang Steiger, Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU e.V., über die aktuellen Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die Notwendigkeit grundlegender Reformen.
In seinem Impulsvortrag zeichnete Steiger ein klares Bild der gegenwärtigen Lage. Deutschland befinde sich in einer schwierigen Situation, welcher auf der einen Seite Kontinuität und gleichzeitig auf der anderen Seite Mut zu einem politischen und wirtschaftlichen Aufbruch erfordere. Die Soziale Marktwirtschaft müsse dabei weiterhin die zentrale Leitlinie politischen Handelns bleiben. Zugleich kritisierte er das aus seiner Sicht zu geringe Reformtempo. Notwendige Veränderungen seien über viele Jahre aufgeschoben worden und müssten nun entschlossen angegangen werden.
Besonders
mit Blick auf Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung von
Arbeitsplätzen sei eine grundlegende Politikwende erforderlich. Geopolitische
Spannungen und internationale Krisen belasteten zwar die Wirtschaft, könnten
jedoch nicht allein die schwache Entwicklung Deutschlands erklären. Die
Ursachen lägen vielmehr in strukturellen Problemen, übermäßiger Bürokratie und
einem mangelnden Reformwillen der vergangenen Jahre.
Steiger sprach sich für eine umfassende Reformagenda aus. Dazu gehörten eine Modernisierung des Sozialstaates nach dem Prinzip „Fördern und Fordern“, der konsequente Abbau bürokratischer Hürden sowie mehr Tempo bei Digitalisierung und Infrastrukturprojekten. Angesichts des demografischen Wandels müsse zudem offen über eine längere Lebensarbeitszeit diskutiert werden, um die Zukunftsfähigkeit der Rentensysteme zu sichern. Arbeit müsse sich für die Menschen spürbar mehr lohnen als der Bezug staatlicher Leistungen.
Auch die Energie- und Klimapolitik müsse neu ausgerichtet werden. Statt nationaler Alleingänge brauche es internationale Kooperationen, um Klimaschutz und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden. Insgesamt komme es nun weniger auf Ankündigungen als auf konkrete politische Entscheidungen und deren Umsetzung an.
Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung warnte Steiger davor, die Sorgen vieler Bürger zu unterschätzen. Wenn wirtschaftliche Unsicherheit wachse und Vertrauen verloren gehe, könne dies auch politische Folgen haben. Umso wichtiger sei es, durch eine verlässliche und wachstumsorientierte Wirtschaftspolitik neues Vertrauen zu schaffen.

Abschließend appellierte Steiger an die anwesenden Unternehmer und Führungskräfte, sich weiterhin aktiv in politische Debatten einzubringen und auf allen politischen Ebenen für die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft einzutreten. Wirtschaftspolitische Vernunft, Vertrauen in die Menschen und der Fokus auf Chancen statt Verbote seien entscheidende Voraussetzungen, um Deutschland wieder auf einen erfolgreichen Kurs zu bringen.
Wir bedanken uns beim Autohaus Ebert für die tolle Gastfreundschaft und Unterstützung der Veranstaltung.