Bericht
30.04.2026
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Resiliente Lieferketten im Dialog – Wirtschaft, Politik und Logistik im Austausch über die Zukunft der Supply Chains

Globale Krisen, geopolitische Spannungen und steigende Anforderungen an Lieferketten stellen Unternehmen und Kommunen zunehmend vor große Herausforderungen.
©Wirtschaftsrat Hessen

Gerade resiliente und flexible Supply Chains gewinnen für Wirtschaftsräume mit starker industrieller und logistischer Vernetzung immer mehr an Bedeutung. Welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und wie Politik, Wirtschaft und Logistikbranche gemeinsam stabile Strukturen entwickeln können, stand im Mittelpunkt der Diskussion der Sektion Main-Kinzig.

Chahida Tichtiben, General Managerin Rhein-Main der DACHSER SE, und Sebastian Rysse, Managing Director Rhein-Main der DACHSER SE Food Logistics, beleuchteten gemeinsam die Anforderungen moderner Logistiksysteme. Im Fokus standen insbesondere die Besonderheiten der Lebensmittellogistik mit ihren temperatursensiblen Waren sowie die klare Trennung zur Industrielogistik aufgrund unterschiedlicher Anforderungen an Geschwindigkeit und Struktur. Beide hoben die Bedeutung stabiler, zugleich flexibler Prozesse hervor, die kontinuierlich funktionieren müssen. Dabei wurde deutlich, dass der Standort Erlensee als zentraler Food-Hub für Deutschland und Europa fungiert und hohe Anforderungen an Planung, Kapazitäten und Infrastruktur stellt. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz spielen eine zunehmend zentrale Rolle, etwa bei Prognosen, Beladungsoptimierung und Personalplanung. Gleichzeitig befinde sich die Logistik-Branche weiterhin im Wandel hin zu stärker digitalisierten, plattformbasierten Prozessen, auch wenn in der Praxis noch Reibungsverluste bestünden. Als zentrale Herausforderungen wurden zudem die Energiewende in der Logistik, insbesondere bei der Elektrifizierung von Fahrzeugflotten sowie der Aufbau geeigneter Lade- und Wasserstoffinfrastruktur, benannt. Die Leistungsfähigkeit der Logistik wurde dabei eng mit der Flexibilität der Mitarbeiter und der Anpassungsfähigkeit der Systeme verknüpft.

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Frank Benner, Geschäftsführender Gesellschafter der B+T Oberflächentechnik GmbH, sprach über die Anforderungen mittelständischer Industrieunternehmen an moderne Lieferketten. Benner erklärte, dass sein Unternehmen frühzeitig umfassend in Digitalisierung investiert habe, sodass Kunden jederzeit Einblick in Produktions- und Lieferprozesse erhielten. Auch künstliche Intelligenz werde bereits im eigenen Werk eingesetzt, wobei sensible Daten bewusst mit unternehmenseigenen Lösungen verarbeitet würden. Zudem unterstrich Benner die Bedeutung eigener Logistikstrukturen, insbesondere bei zeitkritischen Lieferungen. Gleichzeitig forderte er moderne und praxisnahe politische Rahmenbedingungen, die mit den Entwicklungen der Wirtschaft Schritt hielten.

Stefan Erb, Bürgermeister der Kleinstadt Erlensee, hob die zentrale Rolle der Kommunen in Krisenfällen hervor. Resilienz müsse bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden und könne nicht erst während einer Krise aufgebaut werden. Besonders wichtig seien daher ausreichend verfügbare Flächen für Logistikzentren, da diese häufig unterschätzt würden, obwohl sie essenziell für funktionierende Lieferketten seien. Erb sprach zudem die großen Herausforderungen im Bereich Verkehrsinfrastruktur an. Ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs könne Straßen entlasten und damit auch die Logistik stärken. Gleichzeitig kritisierte er langsame Abstimmungsprozesse zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie fehlende finanzielle Mittel für Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen- und Glasfaserausbau. Entscheidend sei für ihn aber eine enge und kontinuierliche Kommunikation zwischen Politik und Logistikbranche. Zudem müsse das Image der Logistikbranche verbessert werden, da ihre Bedeutung für Wirtschaft und Versorgung vielfach unterschätzt werde.

Gerade resiliente und flexible Supply Chains gewinnen für Wirtschaftsräume mit starker industrieller und logistischer Vernetzung immer mehr an Bedeutung. Welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen und wie Politik, Wirtschaft und Logistikbranche gemeinsam stabile Strukturen entwickeln können, stand im Mittelpunkt der Diskussion der Sektion Main-Kinzig.

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Im Anschluss bot die Besichtigung des Erlenseer Food-Hubs der DACHSER SE Food Logistics den Teilnehmern die Möglichkeit, die Dimensionen und Abläufe moderner Lebensmittellogistik unmittelbar vor Ort nachzuvollziehen. Wir bedanken uns bei DACHSER SE für die Unterstützung der Veranstaltung und die Möglichkeit, einen Einblick in die komplexen Abläufe eines großen Logistik-Unternehmens zu erhalten.