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Bericht
11.04.2024
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„Die Verwaltung ist teilweise wie gelähmt“

Stadtdirektorin Blome vor Kölner Wirtschaftsrat
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„Die Verwaltung ist teilweise wie gelähmt“

Stadtdirektorin Blome vor Kölner Wirtschftsrat


Der Fachkräftemangel sei in den Amtsstuben angekommen. Nicht nur die Unternehmen erleben, sondern auch die Stadtverwaltung erlebe immer häufiger, dass ausscheidende Mitarbeiter nicht mehr ersetzt werden können. Der Fachkräftemangel, der die Unternehmen so seit Jahren belaste, habe die Behörden erreicht, wusste die Kölner Stadtdirektorin Andrea Blome der Sektion Köln des Wirtschaftsrates zu berichten. Faktoren wie demographischer Wandel und niedrige Ausbildungsquoten verschärften die Situation. Für die Sprecherin der Kölner Wirtschaftsrates, Dr. Sandra von Möller, sei dieses doch eine Chance, den Verwaltungsaufbau und die Arbeit der Behörden zu hinterfragen und zu digitalisieren. "Daher haben wir nicht ganz ohne Hintergedanken den Veranstaltungsort, das Biotechnologie-Unternehmen Miltenyi Biotec, ausgewählt. Hier werde deutlich, was moderne und digitale Arbeitsplätze für Erleichterung aber auch höhere Wertschöpfung schaffen können."


Die Kölner Stadtverwaltung ist besonders stark vom Fachkräftemangel betroffen. Die Mitarbeiterbindung und die Ausbildung von qualifiziertem Personal für die Zukunft erweisen sich als besonders schwierige Aufgaben, so Blome weiter. Daher sei es nötig, zusätzlich Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Allerdings stellten die vielen arbeitsrechtlichen Bestimmungen weitere Belastungen dar. Weiterhin sei eines der Hauptprobleme der große Wohnungsmangel in der Stadt. Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz soll Abhilfe schaffen, indem ausländische Abschlüsse und Qualifikation auch von Arbeitskräften aus Drittstaaten schneller anerkannt werden und somit eine schnellere Eingliederung in den Arbeitsmarkt erfolgt. Auf dieses Gesetz müsse sich auch die Verwaltung einstellen und effizienter werden, betont Blome. Der Blick auf andere europäische Länder zeige, dass es erheblichen Aufholbedarf bei der Digitalisierung gebe.


Es brauche ein eigenes Kostenbudget für jedes Dezernat, um mehr Flexibilität zu gewährleisten, so die Stadtdirektorin. Zusätzlich würde eine dezernatsübergreifende Arbeit notwendig sein, um die Effizienz zu erhöhen. Meist überwiege Mutlosigkeit und es würde sich in Kleinigkeiten verfangen. „Bei der Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung herrscht gegenseitiges Misstrauen“, betont sie. Politik und Verwaltung müssten stärker zusammenarbeiten als bisher. 


Nach der Diskussion stellte Dr. Martin Meyer das Unternehmen Miltenyi Biotec vor, welches mit seiner Technologie auf dem Gebiet der Zellseparation und -analyse Weltmarktführer ist. Miltenyi liefert eine Technologie, die besonders in der Krebsanalyse Anwendung finden kann. Dr. Meyer betonte, dass das Unternehmen ebenso dringend auf Fachkräfte angewiesen sei, da es stetig wachse.