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Bericht
11.05.2022
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Aus den Ländern (Sachsen-Anhalt) - Wertvolle Impulse für die Digitalstrategie Sachsen-Anhalts

Ideen und Konzepte für eine zukunftsfähige Digitalisierung
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Die Landesregierung hat mit der Bündelung aller Digitalisierungsthemen im neu geschaffenen Ministerium für Infrastruktur und Digitales eine wichtige Strukturentscheidung für die Umsetzung der vielfältigen digitalen Themen in allen Ministerien getroffen. Neben der laufenden Umsetzung von bereits vorhandenen Digitalaktivitäten arbeitet das Ministerium an einer Digitalstrategie für das Land.

Im Spannungsverhältnis zwischen ‚sofort machen‘ und ‚an einer Digitalstrategie arbeiten‘, trafen sich nun am 11. Mai Digitalexperten und digitale Anwender in Präsenz im Hörsaal in Köthen und virtuell an den Bildschirmen, um im Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft Impulse für eine Digitalstrategie Sachsen-Anhalt zu geben.

Sirko Scheffler – Vorsitzender der Landesfachkommission „Internet und Digitale Wirtschaft“ des Landesverbands Sachsen-Anhalt dazu:

„Sachsen-Anhalt braucht einen breiten gesellschaftlichen Konsens, der einer gemeinsamen Vorstellung folgt, wie die laufende und noch zu leistende digitale Transformation im ganzen Land vorangeht. Dabei muss die öffentliche Hand auf Landes- und kommunaler Ebene mit gutem Beispiel vorangehen und sehr schnell und zügig das Onlinezugangsgesetz und alle folgenden Digitalvorhaben auf Bundes- und Europaebene zügig und schnell umsetzen.

Hierfür steht die heimische IT-Wirtschaft bereit, um schnell und zügig die Verwaltungen mit durchgängigen digitalen Lösungen auszustatten. Die Großansiedlungen im Land, der laufende Strukturwandel und auch die Bewältigung der Folgen des Ukrainekrieges zwingen hier zu schnellem gemeinsamem Handeln. Darüber hinaus muss die digitale Transformation nach dem Prinzip ‚digital first‘ in allen Bereichen nach dem Stand der Technik mit gut ausgebildeten Fachkräften vorangetrieben werden. Schon heute sollte klar sein, dass die Hochschulen im Land mehr Lehrstühle für Informatik brauchen. Das bedeutet, dass Sparmaßnahmen wie bspw. an der MLU Halle-Wittenberg nicht auf die Fachrichtungen, welche eine elementare Basis für die Zukunft bilden, umgelegt werden sollten - im Sinne von stärken statt kürzen. Jedwede andere Entscheidung wäre ein völlig falsches Signal."

„Eine Digitalstrategie Sachsen-Anhalt muss die Interessen von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft in einem ausgewogenen Maße berücksichtigen und diese Anspruchsgruppen bei der Erarbeitung und Umsetzung kontinuierlich einbeziehen.

Der Wirtschaftsrat und der Cluster IT Mitteldeutschland stehen hierfür jederzeit als verlässlicher Partner zur Verfügung und haben mit der 13. Digitalisierungskonferenz ein weiteres Mal einen Beitrag zum fachlichen Dialog aller Beteiligten geleistet. Die 14. Digitalisierungskonferenz ist für den November 2022 in Halberstadt gemeinsam mit der Hochschule Harz geplant.“

Mit dabei waren am 11. Mai außerdem hochrangige Referenten und Politikvertreter, unter anderem Bernd Hauschild, Vorstandsvorsitzender Innovationsbündnis Anhalt e.V. und Oberbürgermeister der Stadt Köthen (Anhalt), Bernd Schlömer, Staatssekretär für Digitalisierung im Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt und Beauftragter der Landesregierung für Informations- und Kommunikationstechnologie (CIO), Prof. Dr. Lothar Koppers, Vize-Präsident für Digitalisierung und Internationales Hochschule Anhalt/stellvertretender Vorsitzender der IT- Kommission der LRK des Landes Sachsen-Anhalt, Dipl.-Ing. Marco Brunzel, Vorstand Arbeitsgemeinschaft wirtschaftliche Verwaltung e.V., Lehrbeauftragter Universität Speyer, Vorstand Kommune X.0 e.V., Thies Schröder, Vorstandsvorsitzender Energieavantgarde Anhalt e.V., Geschäftsführer Ferropolis GmbH, Vorstand Forum Rathenau e.V..

Das sagten Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft auf der 13. Digitalisierungskonferenz

 „Innovation braucht echten wirtschaftlichen Wettbewerb in einem funktionierenden Markt. Die Politik hat eine hohe Verantwortung, den Markt nicht durch falsch eingesetzte Fördermittel zu deformieren“, so Thomas Patzelt, Geschäftsführer TELEPORT GmbH in Halle. „Wir müssen im Land ein geordnetes Verfahren etablieren, Innovationen aus der Wirtschaft aufzunehmen und einzuordnen, ohne diese gleich bei öffentlichen Dienstleistern anzusiedeln.“

Prof. Dr. Erhard Rahm, Ko-Direktor Data-Science-Zentrum ScaDS.AI Leipzig/Dresden, Professur für Datenbanken am Institut für Informatik Universität Leipzig: „In Mitteldeutschland gibt es an der Universität Leipzig und der TU Dresden mit ScaDS.AI (Center for Scalable Data Analytics and Artificial Intelligence) ein vom Bund und dem Land Sachsen gefördertes Zentrum zur Spitzenforschung in der Künstlichen Intelligenz. In diesem Zentrum wird auch ein umfassender Transfer der Forschungsergebnisse in wissenschaftliche und wirtschaftliche Anwendungen vorangetrieben, insbesondere in Kooperationen mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und mit zahlreichen Unternehmen verschiedener Größe. Mit allen Initiativen zur Etablierung eines Großforschungszentrums im (ehemaligen) mitteldeutschen Kohlerevier wurde eine enge Kooperation vereinbart.“

„Der Versuch, die Digitalisierung der Verwaltung als Einzelprojekt im Sinne der online-Beantragung von Verwaltungsleistungen durch die Bürger zu sehen, ist zum Scheitern verurteilt. Notwendig ist die Integration vieler verschiedener Projekte wie die Verwaltungsmodernisierung, die Digitalisierung der internen Verwaltungsarbeit, die Standardisierung, die Entwicklung der Infrastrukturen, die IT-Sicherheit und eben auch die online-Einbeziehung der Bürger“, so Stephan Hauber, Vorsitzender DATABUND e.V. Berlin, Geschäftsführer HSH Soft- und Hardware Vertriebs GmbH. „Gute Ergebnisse bei der Digitalisierung erreichen wir nur dann, wenn wir den Wettbewerb verschiedener Lösungsansätze und Ideen zulassen. Viel Geld für eine Lösung ist eben keine Lösung.“

Dr. Johann Bizer, Vorsitzender des Dataport- Vorstandes: „Digitalisierung von Ländern und Kommunen ist eine große Herausforderung. Sie ist dringend nötig, um die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu sichern. Diese Aufgabe kann keiner mehr allein bewältigen: Gemeinsam können wir es besser. Kooperation und Konsolidierung sind Schlüssel zur erfolgreichen Digitalisierung.“ branchenübergreifende Plattform, Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik im Sinne Ludwig Erhards für Fortschritt durch Wettbewerb, Chancen durch Freiheit und Wohlstand durch Leistung mitzugestalten.